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Neue Logistik fürs Kaufmännische

Medizintechnik kaufen mit knappen Budgets

Zum Beispiel wird es eine komplett neue Laborstraße geben. Bis dahin müssen wir im Altbau aber möglichst noch mit den bisherigen Geräten im Labor auskommen.

Wie haben Sie das Projekt bei laufenden Planungen implementiert?

Das war ein wirklich langer und komplexer Prozess. Wir haben 2017 begonnen. Jedes einzelne noch so kleine Gerät musste in der Datenbank der Medizintechnik eingegeben, korrigiert, kategorisiert und eingruppiert werden, um es auf einer einheitlichen, digitalen Liste zu führen. Dazu bedurfte es so mancher Rundgänge im Haus, weil viele Geräte in Wirklichkeit gar nicht existent waren. Nach einem Jahr hatten wir dann eine Masterliste mit 114 Gerätegruppen erstellt, wo die Tausenden Geräte enthalten sind. Für die Medizintechniker war dies bei der immensen Anzahl an Geräten eine große Herausforderung!

Wie funktioniert die Beschaffung von Medizintechnik nun mit dem neuen Projekt?

Die Basis ist jetzt ein aktueller und einheitlicher Datenbestand: Wir haben 6 370 Geräte von 359 Herstellern mit einem Anlagevolumen von rund 40 Millionen Euro. Innerhalb der neu geschaffenen Gruppen von Geräten konnten wir nun erst einmal eine Ersatzbeschaffungsstrategie festlegen, um einen Überblick zu gewinnen, was wir in den nächsten 5 oder 10 Jahren überhaupt brauchen werden. Wir ordnen dann jeweils Ersatzbeschaffungsstrategien den Gerätegruppen zu. Die war zunächst eine rein mathematische Berechnung.

In dieser Form haben wir dann einen Ersatzbeschaffungsplan bis 2025 erstellt und eine Transparenz erhalten, die es in dieser Form noch nicht gab! Dann kam der Hoppla-Effekt, als wir die Bedarfs-Zahlen gesehen haben. Reichen unsere Mittel überhaupt? Da wir aber genau die erforderliche Menge an zu ersetzenden Geräte pro Gerätegruppe kennen, haben wir die Möglichkeit, über Bündelungen kostengünstiger einzukaufen.

Was sind die entscheidenden Vorteile?

Wir haben jetzt ein proaktives anstelle eines reaktiven Managements des medizintechnischen Geräteparks. Die Beschaffungen können für einen längeren Zeitraum geplant und koordiniert werden. Wir sind weg von jährlichen Single-Beschaffungen. Wir haben ein Monitoring-Tool für die Laufzeit der Geräte unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit, der medizinischen Leistung und Sicherheit. Böse Überraschungen, wie Geräte-Defekte und teure Reparaturen werden minimiert. Es gibt eine Planbarkeit und Sicherheit für den gesamten Medizintechnik-Gerätepark.

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  • Medizintechnik
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