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Logistisches Management

Niederösterreichische Landeskliniken nutzen zentralisierte Krankenhauslogistik

Logistikzentrum St. Pölten

Das Logistikzentrum am Universitätsklinikum in St.Pölten bildet die zentrale Drehscheibe für die Versorgung von acht Kliniken. Dazu gehören das Universitätsklinikum St.Pölten und die Landeskliniken Lilienfeld, Melk, Scheibbs, Waidhofen/Ybbs, Mauer; Amstetten und Hollabrunn. Der Versorgungsumfang beträgt insgesamt rund 2 500 Betten. Täglich verlassen über 200 Versorgungscontainer das Logistikzentrum, das insgesamt über 5 000 Lagerartikel verfügt. Jede der angeschlossenen Kliniken wird bis zu dreimal täglich durch eine Spedition beliefert.

Zusätzlich zu den Artikeln aus den Bereichen Materialwirtschaft und Apotheke wird auch das Sterilgut zentral in der entsprechenden Einheit für Medizinprodukte im Logistikzentrum aufbereitet und wieder an die Kliniken verteilt. Diesem Prozess liegen definierte Tourenpläne und Arbeitsabläufe zugrunde, ebenso wie flächendecke digitale Lösungen in der Warenannahme, der Einlagerung, Kommissionierung und Inventur.

Logistische Prozessinnovationen

Durch den Einsatz durchgängiger digitaler Lösungen für die krankenhausinterne Versorgung mit medizinischem und nicht medizinischem Verbrauchsmaterial können Kostensenkungspotenziale gehoben werden, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Diese Lösungen tragen maßgeblich dazu bei, dass sich die Transparenz in den Versorgungsprozessen verbessert und Lagerbeständen reduziert werden können. Das wirkt sich positiv aus auf die Kapitalbindung, den Lagerplatzbedarf und das Verfallrisiko.

Die logistischen Anforderungen an das Pflegepersonal verringern sich enorm und werden in ein durchgängiges Logistikkonzept verlagert. Der Nutzen liegt hier in einer geschlossenen und vollkommen digital unterstützten Logistikkette, die von der Warenannahme bis zur Ankunft auf der Station nachvollziehbar ist. Die Anforderungen an die Mitarbeiterqualifikation gehen zurück. Durch die Verlagerung aus dem Pflegebereich in die Logistik werden hier keine hochqualifizierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mehr benötigt, was ebenfalls Kosten senkt.

Meilensteine

Durch die Inbetriebnahme des Logistikzentrums haben sich die logistischen Prozesse für alle angeschlossenen Kliniken maßgeblich verändert und vereinfacht. Die Kliniken wurden nach einem Aufschaltzeitplan nach und nach an das Logistikzentrum angeschlossen und so schrittweise mit der zentralen Versorgung vertraut gemacht. Im Logistikzentrum selbst wurden viele Prozessvereinfachungen und weitere digitale Lösungen eingeführt, darunter ein so genanntes „Track &Trace“-System für alle Sendungen im Haus.

Im Bereich Arzneimittel existiert seit Februar 2019 die Arzneimittelfälschungsrichtlinie, die sicherstellen soll, dass jedes einzelne Produkt vor der Abgabe an Patienten auf Echtheit geprüft wird. Diese Tätigkeit wird im Logistikzentrum für alle angeschlossenen Klinken übernommen und durch einen digitalen Workflow im Hintergrund so einfach wie möglich gesteuert. Logistik gilt mittlerweile nicht mehr nur als Randbereich. Die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer gut funktionierenden Logistikkette im Hintergrund wird besonders im Krankenhaus immer höher.

  • Schlagwörter:
  • Niederösterreichische Landeskliniken
  • Krankenhauslogistik
  • Prozessvielfalt

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