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Fehlende Fachkompetenz in Kliniken

Der perfekte Einkäufer – nur eine Illusion?

Schaut man sich dann noch die möglichen Gehälter der Absolventen in den unterschiedlichen Branchen an, wird schnell klar, warum der Beruf des Klinikeinkäufers auch nicht attraktiv sein kann. Während die Gehaltsunterschiede bei Berufseinsteigern in den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern noch marginal sind, liegen diese bei den Berufserfahrenen bereits bei 47 Prozent und bei Experten gar bei 103 Prozent.

Welche Lösungen gibt es?

Es ist keine neue Erkenntnis, dass sich auf dem aktuellen Arbeitsnehmermarkt die Unternehmen bei den potenziellen Mitarbeitern bewerben müssen. Den Nachwuchskräften heute ist wichtig, eine geeignete, sinnvolle, erfüllende und gut planbare Tätigkeit zu finden. Sie fordern ein gutes Arbeitsklima, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Weiterbildungsmöglichkeiten mit guten Entwicklungschancen.

Auch wenn das Gehalt wichtig ist, so spielen andere Faktoren noch vor attraktiver und leistungsgerechter Vergütung eine zentrale Rolle. Dazu zählen Flexibilität, Transparenz und individuelle Selbstgestaltung im Arbeitsalltag.

Fazit

Der Einkauf als elementarer Bestandteil und Bindeglied zwischen Medizin, Pflege und Ökonomen muss Prozesse in der Klinik verstehen. Das sind oft so einfache Fragen wie: Wer ist wichtig, hat welche Funktion und trifft Entscheidungen? Und warum sind Diskussionen in der Klinik oftmals so emotionsgeladen? Der Einkäufer muss die gesamte Prozesskette der Patientenbetreuung (von der Aufnahme bis zur Entlassung) kennen. Er sollte den Unterschied zwischen einem elektiven Eingriff und einem Notfallpatienten kennen und welche Konsequenzen das ggf. im Beschaffungsprozess hat.

Die Nachwuchskräfte sollen vom Wissen erfahrener Kollegen profitieren, wertvolle Erfahrungen für die eigene Entwicklung sammeln und den Klinikalltag in der Praxis kennenlernen. Als Onboarding könnten Berufs- oder Quereinsteiger die Klinik in mehreren Etappen durchlaufen. Praxiseinsatz für ein grundsätzliches Verständnis der medizinisch-pflegerischen Krankenhausversorgung statt vorschnelle Preisvergleiche, Angebotsauswertungen oder reine Kopierkompetenz.

Die Abteilungen sollten den Fokus darauflegen, die Berufseinsteiger in die bestehenden Prozesse und täglichen Aufgaben zu integrieren, um ein reales und nahes Praxiswissen zu erzielen.

Dieser Artikel ist in der ersten Ausgabe von Klinik Einkauf erschienen.

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  • Einkäufer
  • Illusion
  • Klinikeinkauf

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