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Klinikeinkauf

Die Diskrepanz zwischen Anforderung und Know-how

Oft fehlt die Unterstützung der Geschäftsführung

In vielen Kliniken liegen die Entscheidungen im Beschaffungsprozess noch zu oft und meist ausschließlich in den Händen der medizinischen oder pflegerischen Anwender. Um den Einkauf als einen strategischen Partner innerhalb des Unternehmens zu stärken, bedarf es der Unterstützung der Geschäftsleitung. Die Umfrage ergab jedoch, dass bei etwa der Hälfte der Kliniken die Einkaufsabteilung keine aktive Unterstützung durch die Geschäftsführung gegenüber den medizinischen Anwendern bei der Umsetzung von Produktentscheidungen erfährt.

Hingegen bewerten rund 70 Prozent der befragten Geschäftsführer ihre Unterstützung der Einkaufsabteilung als gut bis sehr gut. Dieser vergleichsweise hohe Prozentsatz bedeutet aber zugleich, dass fast jeder dritte befragte Geschäftsführer angibt, seine Einkäufer nicht aktiv gegenüber medizinischen Anwendern zu unterstützen.

Für einen strukturierenden und strategischen Einkauf braucht es jedoch den Rückhalt und die Unterstützung der Geschäftsführung und der kaufmännischen Direktion. Dafür ist ein großes Maß an Vertrauen seitens der Unternehmensleitung aber auch ein ausgeprägtes Know-how des Einkaufs unabdingbar. Je früher der Einkauf in strategische Prozesse eingebunden ist, desto erfolgreicher kann das wirtschaftliche Ergebnis bei gleichbleibender medizinischer Qualität sein.

Die unklaren Verantwortlichkeiten und nach eigenen Angaben meist fehlenden Kompetenzen, können Ursache dafür sein, dass zwei Drittel der Geschäftsführer unzufrieden mit der Performance ihrer Einkaufsabteilung ist. Diese Unzufriedenheit vermuten 41 Prozent der Geschäftsführer auch in ihren Einkaufsabteilungen. Hingegen geben mehr als 70 Prozent der Einkäufer an, mit ihrer Arbeit zufrieden zu sein. Dabei stellt sich die Frage, welche Faktoren die Mitarbeiterzufriedenheit im Klinikeinkauf so positiv beeinflussen. Ist es das Arbeitsumfeld? Oder die Sinnhaftigkeit und Vielfältigkeit der Aufgaben? Fallen aufgrund dieser Aspekte der Mangel an Unterstützung durch die Geschäftsführung, die fehlenden Fortbildungen, aber auch die von 71 Prozent der Mitarbeiter regelmäßig zu leistenden Überstunden nicht ins Gewicht?

Vernetzung innerhalb der Organisation

Grundsätzlich muss klar sein, dass der Klinikeinkauf trotz aller Fachlichkeit und der Entwicklung eines besseren medizinischen Verständnisses nie die spezifische Expertise eines Arztes oder einer Pflegekraft ersetzen kann.

Der Einkauf muss sich als kompetenter Vermittler zwischen Anwender, Geschäftsführung und Industrie verstehen und darf dabei die Kommunikation aber auch Konfrontation nicht scheuen. Wer im ständigen Dialog mit dem Anwender bleibt und die Unterstützung und Rückendeckung durch die Geschäftsführung erfährt, wird seine Akzeptanz steigern und kann besser nachhaltige Entscheidungen treffen. Eine kontinuierliche fachliche Weiterbildung ist für die erfolgreiche Arbeit ebenso entscheidend. Hierfür muss die Geschäftsführung dann aber auch die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen. Nur durch Fachwissen und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe kann ein guter und erfolgreicher Klinikeinkauf funktionieren.

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