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Sana Web Dialog 2020

„Zusammenarbeit im Einkauf ist kein Alleingang“

Aus Sicht der Klinikapotheken präzisierte Stefan Bode, Leitung Strategischer Einkauf Pharma, Blut, Labor, Sana Einkauf & Logistik GmbH, diese Einschätzung: „Die Apotheken haben längst begriffen, mit welchen Instrumenten sie zur Liefersicherheit beitragen und dass dies keine einseitige Verhaltensänderung ist.“ Sein Beitrag „(Aus)Geliefert?! Perspektiven der Apothekenversorgung“ beschrieb neben dem Status Quo der Lieferausfälle einen gangbaren Weg: „Wenn wir verbindlich agieren und uns an Vereinbartes halten, bewegen wir schon eine ganze Menge.“ Schließlich gehe es immer um den gemeinsamen Auftrag, die Versorgung der Patienten zu sichern.

Wie sieht die zukünftige Versorgung der Kliniken aus? Gestiegene Qualitätsvorgaben und hoher Investitionsbedarf fordern Kliniken heraus. „Da macht man Krankenhausvollversorgung nicht mehr nebenbei, denn sie erfordert eine umfangreiche Reorganisation und digitale Transformation“, betonte Andreas Melchert, Leiter Lager & Logistik, Sana Einkauf & Logistik GmbH. In diesem wachsenden Geschäftsfeld gehörten bereits 32 Kliniken zu den Kunden, die von digitalen Prozessen und erprobten Lösungen profitierten.

„Digitalisierung der Krankenhauswelt und Lieferketten? In der Pandemie ist die Misere noch einmal deutlicher sichtbar geworden.“ So pessimistisch leitete Christoph Matt, Leitung IT Einkauf & Logistik, Sana Einkauf & Logistik GmbH, sein Statement ein. Den Weg aus der Misere stellte er unter dem Titel „Kooperation: Das Digitale hält uns zusammen“ vor. Er zeigte IT-Tools und Entwicklungen für den Klinikeinkauf und die Geschäftspartner, zum Beispiel das Kooperationsportal und das Produktinformationsmanagement­system. „Mehrwerte für alle. Das ist unser Anspruch an IT-Lösungen.“

Zukunftssicherheit

Die Veranstaltung präsentierte ein „Zukunftspapier“, das Sana Einkauf & Logistik aus der Erfahrung der COVID-19-Krise gemeinsam mit Kliniken, Industrie und Branchenverbänden erstellt hat. Seine These „Auf das WIR kommt es an“ ist die gemeinsame Vision einer zukünftigen Krankenhausversorgung. Das Zukunftspapier enthält ein umfangreiches Feedback aus der Kooperation. Es wurde im Rahmen des Dialogs mit dem BVMed-Vorsitzenden, Dr. Meinrad Lugan, und dem Geschäftsführer des BVMed, Dr. Marc-Pierre Möll, diskutiert. Beide plädierten dafür, mit der Erfahrung der Pandemiesituation keine nationalen Alleingänge zu starten: „Wir müssen europäisch denken. Vielleicht sogar darüber hinaus global“, mahnte Dr. Marc-Pierre Möll.

Welche Orientierung geben uns Werte auf dem Weg in die „neue“ Kliniknormalität? Patientenwohl und Wirtschaftlichkeit – wie können wir ethisch entscheiden und ehrlich bleiben? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Thomas Lemke, Vorstandsvorsitzender der Sana Kliniken AG in seinem Beitrag „So wollen wir handeln: Zukunft braucht mehr denn je Werte“. Mit dem Ende der ersten Pandemiewelle habe eine maßlos polarisierende Verteilungsdiskussion begonnen. „Die individuellen Interessen werden wieder stärker in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt.“ Thomas Lemke warb dafür, jetzt maßvoll und kompromissbereit zu agieren: „Wir werden diese Herausforderungen nur meistern können, wenn wir alle von unseren Einzelinteressen ein Stück weit zurücktreten. Und wenn wir uns öffnen, für neue Kooperationen, für ein gemeinsames Miteinander.“ 

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