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Nach heftigen TurbulenzenFresenius legt große Übernahmen auf Eis

Mangel an Übernahmekandidaten könnte zum Problem werden

Der größte Batzen der Investitionen fließt Sturm zufolge in die Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC). Sie treibt die Integration des Heimdialyse-Anbieters NxStage voran und erweitert ihre Kapazitäten im Wachstumsmarkt China. Zudem baut Fresenius in der Flüssigmedizin-Sparte Kabi Produktionskapazitäten in den USA aus.

Der Mangel an Übernahmekandidaten könnte sich für Kabi als Problem erweisen. In der glänzend laufenden Sparte sei ein Zukauf zwar nicht nötig, aber eine weitere Stärkung „durchaus wünschenswert”, sagte Sturm. Dort erlebt Fresenius in den USA anhaltendem Preisdruck. «Eine kontinuierliche Preiserosion liegt in der Natur des Geschäfts mit Nachahmerarznei”, erklärte Sturm. „Volumensteigerungen und der Aufbau zusätzlicher Größe sind ein gutes Rezept dagegen.”

Auch in der Kliniktochter Helios legt Sturm Hand an. Deutschlands größter Krankenhausbetreiber mit 86 Häusern leidet darunter, dass weniger Patienten über Nacht bleiben, sondern ambulant behandelt werden. Fresenius bündelte zudem regional Therapiefelder, was Klinikpersonal verärgerte. Um die Belegschaft zu stärken, will Fresenius dieses Jahr 1000 Pfleger einstellen. 600 seien engagiert.

Weitere Übernahmen von Kliniken in Lateinamerika

Die Debatte um höhere Gehälter für Pfleger sieht Sturm gelassen. „Wenn die Vergütung in der Pflege politisch gewollt steigen soll, werden wir uns dem sicher nicht verschließen. Wenn die Gehälter steigen, müssen auch die Krankenkassenbeiträge steigen für höhere Erstattungen”. Kritik an der Bezahlung bei Helios wies Sturm zurück. „Wir haben uns immer tariftreu verhalten und zahlen marktgerecht.”

Übernahmen von Kliniken fasst Fresenius weiter in Lateinamerika ins Auge. Hierzulande stoße Fresenius an kartellrechtliche Grenzen. Zwar habe Helios nur einen Marktanteil von 6 Prozent im Krankenhausmarkt, in Ballungszentren liege er aber schon deutlich höher. „Übernahmen spielen keine große Rolle für unsere Helios-Pläne in Deutschland.”

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