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BME-Einkaufsmanager-Index

Industrieproduktion kühlt im November weiter ab

Die deutsche Industrie leidet zunehmend unter dem Herbstblues. Mit 51,8 Punkten gab der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) im November den vierten Monat in Folge nach und fiel auf ein 31-Monatstief.

Pixabay

Die nach wie vor schwächelnde Automobilindustrie sowie die anhaltenden geopolitischen Störfeuer hinterließen erneut deutliche Spuren im Verarbeitenden Gewerbe der größten Volkswirtschaft Europas, teilt der englische Finanzdienstleister IHS Markit mit. Der PMI spiegelt das Ergebnis der November-Umfrage zur Konjunkturlage in der deutschen Industrie in einem Wert wider. Eine EMI-Notierung unter der Referenzlinie von 50 zeigt an, dass die Geschäfte des Verarbeitenden Gewerbes im Vergleich zum Vormonat schrumpften; Werte über 50 signalisieren Wachstum.

Ein Index von 50 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat. „Die seit Sommer zu beobachtende Talfahrt des EMI zeigt, dass sich auch die exportorientierte deutsche Industrie den zahlreichen internationalen Krisenherden nicht auf Dauer entziehen kann. Sorgen bereiten uns zudem die hohen Einkaufspreise“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Mittwoch in Eschborn.

„Die Stimmung in der deutschen Industrie ist gedämpft. Die zahlreichen Risikofaktoren wie Brexit, Italien und Handelsstreit belasten. Allerdings sind diese Faktoren mittlerweile hinreichend bekannt und es eröffnet sich die Chance, dass es im Laufe des kommenden Jahres wieder besser wird“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Mittwoch auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten.

Optimistisch ins neue Jahr

Die jüngste Übereinkunft zwischen Trump und XI auf dem G20-Gipfel stimme hoffnungsvoll. Auch Italien scheine kompromissbereit. Offen sei derzeit noch, ob das britische Parlament dem Einigungsvorschlag zum Brexit zustimmt. Für das kommende sollte auch der derzeit fallende Ölpreis als Unterstützung dienen.

„Wir gehen somit optimistisch ins neue Jahr“, teilte die Helaba-Bankdirektorin dem BME abschließend mit. „Die Industriekonjunktur schwächelt. Die Wirtschaftsleistung im Verarbeitenden Gewerbe ist im dritten Quartal geschrumpft“, bewertete DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Mittwoch die aktuellen EMI-Daten. Diese seien schwach ausgefallen und setzten ein Fragezeichen hinter die Hoffnung auf eine deutlich positive Gegenbewegung im Jahresendquartal.

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