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Optimiertes Entlassmanagement

med.Logistica verleiht Leipziger Preis für Krankenhauslogistik

Im Rahmen der Eröffnung der med.Logistica wurde am 5. Juni 2019 der mit 6000 Euro dotierte Leipziger Preis für Krankenhauslogistik vergeben.

Auszeichnung

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Symbolfoto

Die Auszeichnung für besonders fortschrittliche, praktisch erprobte Logistikprojekte im Gesundheitswesen ging an Dr. med. Christine Fuchs, MBA, Geschäftsführerin des Krankenhauses Lübbecke-Rahden, Mühlenkreiskliniken AöR, und Dr.-Ing. Marco Emmermann, geschäftsführender Gesellschafter der Visality Consulting GmbH. Gewürdigt wurde das „Realisierte Prozessmanagement im Krankenhaus durch messbare Optimierung der Zusammenarbeit aller Berufsgruppen unter Nutzung des Healthcare-Control-Center-Tools“. Den parallel verliehenen, mit 1.000 Euro dotierten Nachwuchspreis Thesis-Award erhielt Melanie Hagemann für ihre Masterarbeit zum Thema „Logistik-Benchmarking in Krankenhäusern der Maximalversorgung" im Studiengang Health Care Management an der Hochschule Niederrhein.  

Für das Healthcare-Control-Center-Tool (HCC) wurde ein von Visality entwickeltes und bisher auf Flughäfen angewandtes Konzept der digitalen Planung und Steuerung auf die Prozesse im Krankenhaus übertragen. Das Ergebnis dieser Anwendung sind schneller versorgte Patienten, kürzere Liegezeiten auf den Stationen sowie eine reibungslosere und transparentere Organisation des Entlassmanagements. Eine achtköpfige Fachjury wählte das Gewinnerprojekt aus 20 Einreichungen aus.  

Ganzheitliche Lösung  

„Am diesjährigen Gewinnerprojekt des Innovationspreises war besonders beeindruckend, dass das eingeführte System eine ganzheitliche Lösung darstellt“, erklärt Prof. Dr. Hubert Otten, Sprecher der Jury des Leipziger Preises für Krankenhauslogistik und Leiter des Kompetenzzentrums eHealth an der Hochschule Niederrhein. „Eine Lösung, die sowohl eine Optimierung der Primärprozesse ermöglicht als auch die Steuerung von Sekundärprozessen erlaubt.“ Primär- bzw. Kernprozesse bezeichnen Wertschöpfungsprozesse im Unternehmen und sind im Krankenhaus auf die medizinische Versorgung ausgerichtet; Sekundärprozesse wie zum Beispiel Logistik oder Personalwesen unterstützen diese primären Prozesse.  

Healthcare Control Center: Vom Flughafen ins Krankenhaus  

„Wie fast allen Kliniken in Deutschland fehlte auch uns die übergreifende Transparenz in Teilschritten im Gesamtprozess der Patientenbehandlung, um detailliert Engpässe zu identifizieren, die letztlich zu höherem Ressourcenaufwand, Wartezeiten und einer längeren Verweildauer für Patientinnen und Patienten führen“, berichtet Krankenhaus-Geschäftsführerin Dr. Fuchs. „Dazu kamen gesetzliche Anforderungen an das Entlassmanagement, die wir mit einer besseren Prozesssteuerung verbinden wollten. Deshalb haben wir das Potsdamer Unternehmen Visality beauftragt, das von ihm über mehrere Jahre entwickelte Healthcare Control Center speziell auf das Entlassmanagement des Krankenhauses Lübbecke-Rahden anzupassen.“ In Kooperation mit dem Klinikteam wurde diese spezifische Ausprägung des HCC-Tools im Klinikum erfolgreich implementiert – übrigens unter Mitwirkung von Benjamin Heyse, Gewinner des med.Logistica-Nachwuchspreises Thesis-Award 2017.  

Das HCC ist dabei die krankenhausspezifische Weiterentwicklung eines Hub Control Centers für die Steuerung aller Prozesse auf Flughäfen, vom Betanken über den Gepäcktransport bis zur Passagierstromsteuerung. Dieses wird laut Visality bereits seit mehr als zehn Jahren unter anderem auf dem Flughafen Frankfurt/Main von Lufthansa und Fraport eingesetzt. „Ähnlich wie im Gesundheitswesen hängt Termintreue in der Luftfahrt vom zeitlich abgestimmten Teamwork ab. Ohne perfektes Zusammenspiel der gesamten Luft- und Bodencrew kann der Pilot nicht pünktlich starten – wobei eine Minute Flugzeugverspätung zirka 600 bis 1000 Euro kostet“, erläutert Visality-Geschäftsführer Dr. Emmermann.  

„Im Krankenhaus sind alle Bereiche und Berufsgruppen ähnlich stark miteinander vernetzt. Wird zum Beispiel der Sozialdienst nicht rechtzeitig informiert und leitet die Weiterbetreuung des Patienten dadurch verspätet ein, kann dieser nicht pünktlich entlassen und das Bett nicht neu belegt werden. Da kann der Chirurg noch so gut und pünktlich gearbeitet haben, mit diesem zu spät entlassenen Patienten wird das Krankenhaus tendenziell kein Geld verdienen. Darum müssen sich alle Prozesspartner im Krankenhaus als gleichberechtigt und gleichermaßen wichtig für die Erreichung einer optimalen Termintreue begreifen“, legt Dr. Emmermann dar.

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