kma Online
Medizinprodukte

Asklepios Klinikum Harburg startet Recycling-Projekt

Ein Pilotprojekt im Asklepios Klinikum Harburg testet ein digital unterstütztes Rücknahme- und Recyclingsystem für OP-Instrumente. Einmalprodukte sollen so in den Kreislauf zurückgeführt werden.

Zero Waste Projekt Asklepios Klinikum Harburg

Torben Röhricht

v.l.n.r.: Wolfgang Tröbs, VP & General Manager Ethicon Germany, Chefarzt Dr. Stefan Meierling und Gary Lewis, CEO Resourcify.

Deutschlands Krankenhäuser produzieren jedes Jahr 1,2 Millionen Tonnen Abfall - darunter 8000 Tonnen Einweginstrumente. Ein gemeinsames Recyclingprojekt des Asklepios Klinikums Harburg und Ethicon, ein Geschäftsbereich von Johnson & Johnson, hat nun das Ziel, die Abfallmenge insbesondere im OP-Bereich deutlich zu reduzieren. Ab sofort sammeln die OP-Teams am Klinikum Einmalinstrumente, die anschließend vom Entsorgungsunternehmen Remondis fachgerecht recycelt und in den Materialkreislauf zurückgeführt werden.

„Wir verwenden in unserer Klinik hochtechnisierte High-End-Geräte, die wir aus hygienischen Gründen nach einmaligem Gebrauch entsorgen müssen. Dass es dafür keine umweltfreundliche Wiederverwertungsmöglichkeit gab, ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir freuen uns deswegen, dass wir zusammen mit Ethicon, dem Hamburger Recycling-Software Start-Up Resourcify und Remondis ein Projekt starten, das für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Krankenhäusern sorgen wird“, erklärt Dr. Stefan Meierling, Chefarzt der Thoraxchirurgie und Mit-Initiator der Aktion im Asklepios Klinikum Harburg.

Digital und Transparenz im Recycling-Prozess

In dem Harburger Pilotprojekt wird ein digital unterstütztes Rücknahmesystem für recyclingfähige Ethicon Endocutter und Circular Stapler im OP getestet. Diese Klammernahtinstrumente helfen den Chirurgen etwa in der Schlüssellochchirurgie eine sichere Entfernung oder Verbindung von Geweben und Organen durchzuführen. Ethicon hat - gemeinsam mit Remondis, einem deutschen Unternehmen für Recycling und Spezialisten für die Entsorgung medizinischer Abfälle, sowie dem Start-Up Resourcify - das System entwickelt.

Ab sofort werden die Instrumente nach Gebrauch im OP desinfiziert und gesondert gesammelt. Remondis holt dann die Behälter regelmäßig ab, die Geräte werden in ihren Anlagen sterilisiert, zerlegt und dann dem Recycling zugeführt. Allein in Harburg können durch das Projekt laut Resourcify etwa 2500 kg CO2 jährlich eingespart werden. Ein besonderer Fokus liegt bei dem Projekt außerdem darauf, dass das Recycling in Deutschland stattfindet und somit auch nur geringe CO2-Emissionen bei dem Transport anfallen. Die Produkte werden momentan in den meisten Kliniken nach Gebrauch entsorgt und thermisch verwertet, wobei nicht nur Kosten für die Kliniken entstehen, sondern auch CO2-Emissionen und darüber hinaus wertvolle Rohstoffe verloren gehen. Ziel des Projektes ist es, diese Abfälle mehr als zu 80 Prozent zu recyceln und in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen.

  • Schlagwörter:
  • Asklepios Klinikum Harburg
  • OP-Besteck
  • Recycling
  • Ethicon
  • Resourcify
  • Remondis

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Um einen Kommentar hinzuzufügen melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich.

Jetzt anmelden/registrieren