AusblickErgebnis gesteigert – FMC will trotzdem weiter sparen

Der Dialyseanbieter Fresenius Medical Care hat 2025 sein operatives Ergebnis auf 2,21 Milliarden Euro gesteigert. Für 2026 setzt das Unternehmen weiterhin auf Einsparziele und will das schwächelnde US-Geschäft durch eine Markteinführung stärken.

Fresenius Flaggen
Fresenius
Das Bad Homburger Unternehmen will seinen Sparkurs fortsetzen und gleichzeitig ein neues Produkt einführen.

Dank seines Sparprogramms hat Fresenius Medical Care (FMC) im vergangenen Jahr auch einen deutlichen Gewinnsprung erzielt. Doch 2026 steht das Unternehmen vor einem Übergangsjahr. Konzernchefin Helen Giza schließt einen Ergebnisrückgang nicht aus. Grund ist die US-Einführung eines modernen Dialysegeräts, die die Managerin jedoch als Investition in die Zukunft des Unternehmens sieht. Zugleich kündigte die FMC-Lenkerin zur Bilanzvorlage am 24. Februar nochmals forcierte Sparziele an. 

Die Börse reagierte mit einem Einbruch des Aktienkurses. Im frühen Handel ging es für das Papier am Ende des Dax zeitweise um rund 10 Prozent abwärts. Vor allem der Ausblick auf 2026 stand bei Experten im Fokus. So bezeichnete etwa Jefferies-Analyst James Vane-Tempest das Ziel eines weitestgehend stabilen Umsatzes als enttäuschend. Der Ergebnisausblick impliziere zusätzlichen Gegenwind, wenn man bedenke, dass die Sparziele angehoben worden seien. Auch bemängelte er, dass das Margenziel für 2030 trotz der forcierten Sparbemühungen nicht angetastet worden sei.

Konzernchefin Giza erwartet für 2026, dass sich das bereinigte operative Ergebnis zu konstanten Wechselkursen zwischen einem Plus und einem Minus im mittleren einstelligen Prozentbereich bewegt. Für den Zeitraum 2025 bis 2028 werde für die Kennziffer ein durchschnittliches Wachstum von drei bis sieben Prozent angepeilt, teilte das Unternehmen in Bad Homburg mit. 

Operatives Ergebnis im Vorjahresvergleich um 27 Prozent gesteigert

2025 hatte der Blutwäschespezialist sein bereinigtes operatives Ergebnis dank eines außerordentlich starken Schlussquartals noch um 23 Prozent auf 2,21 Milliarden Euro gesteigert, währungsbereinigt lag das Plus im Vergleich zum Vorjahr bei 27 Prozent. Damit erreichte der Konzern das obere Ende seiner eigenen Ziele und übertraf leicht die mittlere Erwartung von Analysten.

Unter dem Strich schnellte das Konzernergebnis der Beteiligung des Medizinkonzerns Fresenius nominal um 82 Prozent auf 978 Millionen Euro in die Höhe. Die Aktionäre sollen für 2025 nun eine um 4 Cent auf 1,49 Euro je Aktie erhöhte Dividende erhalten.

Die Umsatzentwicklung bremsten im vergangenen Jahr jedoch negative Währungseffekte, diese herausgerechnet hatte FMC bei einem Erlös von gut 19,6 Milliarden Euro ein Plus von fast fünfeinhalb Prozent erzielt. Auf diesem Niveau soll auch 2026 der Umsatz abseits der Wechselkurseffekte herauskommen.

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Giza begründete unterdessen den deutlichen Ergebnisanstieg des vergangenen Jahres auch mit einer günstigen Entwicklung der Erstattungssätze für Dialysebehandlungen und einem höher als erwartet ausgefallenen positiven Effekt durch bestimmte Vergütungsregeln in den USA. Zudem sei der Konzern schneller mit seinem Sparprogramm vorangekommen als gedacht und habe Einsparungen in Höhe von 238 Millionen Euro erzielt.

Sparkurs bleibt

Konzernchefin Giza hatte das bereits seit gut drei Jahren laufende Spar- und Restrukturierungsprogramm nach mehreren Gewinnwarnungen in der Corona-Zeit eingeläutet. Der Konzern trennte sich von margenschwachen Randbereichen, unrentable Kliniken wurden teils auch geschlossen; zudem strich der Konzern tausende Stellen.

Die Sparziele wurden bereits mehrmals vom Vorstand angehoben und verlängert. Durch das Sparprogramm sollen die jährlichen Kosten bis Ende 2027 um 1,2 Milliarden Euro gesenkt werden. Das sind 150 Millionen Euro mehr als zuletzt geplant. Von den geplanten Einsparungen hat FMC bis Ende 2025 nach eigenen Angaben gut 800 Millionen erreicht. 

Wir freuen uns, mit der groß angelegten Markteinführung unseres 5008X CAREsystems den Zugang zur hochvolumigen Hämodiafiltrationstherapie auszubauen.

Zugleich schwächelt jedoch das von Analysten besonders stark beobachtete Behandlungswachstum in den USA, weil der Konzern dort mit Preisdruck und einer hohen Patientensterblichkeit zu kämpfen hat. Im vergangenen Jahr stagnierten die Behandlungen sogar. Das US-Geschäft soll durch die in 2026 beginnende Markteinführung eines Dialysegerätes angekurbelt werden. „Wir freuen uns, mit der groß angelegten Markteinführung unseres innovativen 5008X CAREsystems den Zugang zur hochvolumigen Hämodiafiltrationstherapie für unsere Patienten in den USA auszubauen“, erklärt Giza. Rund 36.000 Patienten in 28 US-Bundesstaaten sollen auf das neue System umgestellt werden.

Dieses gilt als eine schnellere und effektivere Blutwäschemethode und hat nach Konzernangaben Vorteile mit Blick auf die Sterblichkeit. Jährlich würden dazu rund 20 Prozent der bisherigen Geräte ausgetauscht. Neben den Anlaufkosten schlagen dabei aber zunächst auch die Schulungen der Belegschaft zu Buche.

Mittelfristig will FMC seine Profitabilität dann aber weiter erhöhen. Bis 2030 erwartet der Vorstand unverändert eine operative Ergebnismarge im mittleren Zehnerprozentbereich, nach einem Anstieg auf 11,3 Prozent im vergangenen Jahr.

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