Geschäftsjahr 2025Hartmann setzt auf neue Strategie PLUS2030

Die Hartmann Gruppe hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatzwachstum von 2,2 Prozent abgeschlossen. Das Transformationsprogramm trug erneut mit über 50 Millionen Euro zur Ergebnisverbesserung bei. Was noch geplant ist. 

Konzernzentrale Hartmann
Hartmann
Konzernzentrale der Hartmann Gruppe in Heidenheim.

Der Medizin- und Hygieneprodukthersteller Hartmann blickt auf ein solides Geschäftsjahr 2025 zurück. In einem von Erstattungskürzungen und geopolitischen Unsicherheiten geprägten Umfeld konnte das Heidenheimer Unternehmen sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis zulegen. Besonders die Kernsegmente Wundversorgung, Inkontinenzmanagement und Infektionsmanagement trugen mit Produktinnovationen und Marktanteilsgewinnen zum Wachstum bei.

Umsatzerlöse klettern auf knapp 2,5 Milliarden Euro

Die Hartmann Gruppe erzielte 2025 Umsatzerlöse von 2.449,6 Millionen Euro, was einem organischen Wachstum von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das bereinigte EBITDA stieg um 15,5 Millionen Euro auf 276,9 Millionen Euro, die entsprechende Marge verbesserte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 11,3 Prozent. Ergebnisdämpfend wirkten sich vorgezogene Vertriebs- und Marketingaufwendungen für neue Produkteinführungen, Belastungen aus der US-Zollpolitik sowie weiterhin hohe Material- und Energiekosten aus. Das seit 2019 laufende Transformationsprogramm steuerte mit über Millionen Euro erneut wesentlich zur Ergebnisverbesserung bei. Zudem wurde die Umstellung des SAP-Systems auf S/4 HANA innerhalb des geplanten Zeit- und Budgetrahmens abgeschlossen.

Wundversorgung und Infektionsmanagement als Wachstumstreiber

In den einzelnen Geschäftssegmenten zeigte sich ein differenziertes Bild: Die Wundversorgung wuchs organisch um 2,6 Prozent auf 623,6 Millionen Euro. Deutliche Marktanteilsgewinne gelangen insbesondere im ambulanten Versorgungssektor der USA, während das Geschäft in Deutschland und Frankreich unter Erstattungsänderungen litt. Das Inkontinenzmanagement legte um 2,8 Prozent auf 785,8 Millionen Euro zu und profitierte von Produkt-Relaunches und der Einführung absorbierender Unterwäsche. Das stärkste organische Wachstum verzeichnete das Infektionsmanagement mit 3,3 Prozent auf 537,6 Millionen Euro, befeuert durch Innovationen in der Flächendesinfektion und neue Produkte für die orthopädische Chirurgie. Lediglich das Segment Komplementäre Divisionen stagnierte mit einem leichten organischen Rückgang von 0,2 Prozent bei 502,6 Millionen Euro.

Strategie PLUS2030 soll nächste Wachstumsphase einleiten

CEO Britta Fünfstück sieht das Unternehmen nach der abgeschlossenen Transformationsphase gut aufgestellt: Alle Kernsegmente stünden auf einer soliden Basis und gewännen in wichtigen Bereichen Marktanteile, getragen von einer deutlich erhöhten Innovationsrate und einer wettbewerbsfähigen Kostenposition. Mit der 2025 entwickelten Strategie PLUS2030 will Hartmann auf diesem Fundament aufbauen und im Wettbewerbsvergleich weiterhin überdurchschnittlich bei Marktanteilen und Margen wachsen. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Unternehmen ein moderates organisches Umsatzwachstum sowie ein bereinigtes EBITDA in einer Bandbreite von 270 bis 310 Millionen Euro. Die Dividende soll mit 8 Euro je Aktie auf dem bisherigen Niveau bleiben.

Parallel zum Geschäftsbericht hat Hartmann auch den Nachhaltigkeitsbericht 2025 vorgelegt, der sich erstmals an den Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und den European Sustainability Reporting Standards orientiert. Die CO₂-Emissionen (Scope 1 und 2) konnten gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent gesenkt werden, der Anteil erneuerbarer Energien stieg von 18 auf 23 Prozent.

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