
Die schwächelnde Konjunktur macht sich auch im deutschen Facility-Service-Markt bemerkbar. Nach drei Jahren dynamischen Wachstums kehrt die Marktentwicklung wieder auf das Niveau der Jahre 2011 bis 2019 zurück. Zu diesem Ergebnis kommen die Analysten von Lünendonk & Hossenfelder.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten die 25 größten Anbieter ihre Umsätze dennoch um durchschnittlich 6,3 Prozent steigern. Auch die mittelfristigen Prognosen fallen stabil, aber moderat aus: Bis 2030 erwarten die Unternehmen jährliche Wachstumsraten zwischen 6,6 und 7 Prozent.
Als wesentliche Gründe für die gedämpfte Entwicklung nennt Lünendonk die Investitionszurückhaltung sowie den zunehmenden Preisdruck in Vergabeverfahren. Gleichzeitig entstehen jedoch neue Wachstumschancen: Insbesondere verschärfte regulatorische Anforderungen für kritische Infrastrukturen (KRITIS) treiben die Nachfrage nach professionellen und auf Resilienz ausgerichteten Facility Services.
KRITIS als Wachstumstreiber
Mit dem kürzlich verabschiedeten KRITIS-Dachgesetz hat der Gesetzgeber die Anforderungen an Schutz und Resilienz kritischer Infrastrukturen deutlich erhöht. Führende Dienstleister erwarten in der Folge eine steigende Nachfrage.
Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk & Hossenfelder, ordnet ein: „Die Facility-Service-Branche durchläuft einen strategischen Wandel. Nachdem die Anbieter sich bereits im Zuge der Nachhaltigkeits-Regulatorik erfolgreich als Transformationspartner der deutschen Wirtschaft positioniert haben, nehmen sie nun auch die Rolle des Resilienzpartners ein.“ Dabei sei das neue KRITIS-Dachgesetz ist ein wesentlicher Treiber. Es stärke nicht nur die Nachfrage nach professionellen Dienstleistungen, sondern fördere auch das Selbstbewusstsein der Branche, so Hossenfelder weiter.
Methodik der Lünendonk-Liste
Die Lünendonk-Liste basiert auf kontrollierten Selbstauskünften der Unternehmen sowie ergänzenden Schätzungen von Lünendonk & Hossenfelder. Berücksichtigt werden die in Deutschland erzielten beziehungsweise bilanzierten Umsätze.
Die führenden Facility-Service Unternehmen in Deutschland
- Apleona (8,1 Prozent Wachstumsrate; 3233 Millionen Euro Umsatz)
- Spie Germany Switzerland Austria (7,5 Wachstumsrate; 2850 Millionen Euro Umsatz)
- Wisag Facility Service (4,8 Prozent Wachstumsrate; 37.600 Millionen Euro Umsatz)
- Engie (0,4 Wachstumsrate; 1129 Millionen Euro Umsatz)
- Piepenbrock (6,7 Prozent Wachstumsrate; 1033,8 Millionen Euro Umsatz)




Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen