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Klinik Einkauf

Prognose für 2022Umsatz- und Ergebnissenkung bei Dräger erwartet

Für das Jahr 2022 geht Medizin- und Sicherheitstechnik-Anbieter Dräger von einem Rückgang bei Umsatz und Ergebnis aus. Das Umsatzvolumen soll den Erwartungen zufolge unter die Werte aus den Corona-Jahren 2020/2021 rutschen.

Dräger Hauptsitz
Dräger

Dräger Hauptsitz in Lübeck.

Auf Basis der vorläufigen Planung präzisiert Dräger seine Erwartungen für das Geschäftsjahr 2022. Das Unternehmen geht nach einem Boom in der Corona-Pandemie von einem Umsatzvolumen von rund 3 bis 3,1 Milliarden Euro aus. Das Umsatzvolumen liegt damit deutlich unter den beiden durch die Corona-Pandemie begünstigten starken Vorjahren. Verglichen mit 2019, entspricht dies einem Umsatzwachstum von rund 8 bis 11 Prozent. Die EBIT-Marge in 2022 wird zwischen 1 und 4 Prozent erwartet.

Geringere Nachfrage

In den vergangenen Wochen hat sich die Nachfrage nach Produkten im Zusammenhang mit der Covid-Pandemie merklich abgeschwächt. Hinzu kamen gestiegene Einkaufspreise und Logistikkosten, die den Angaben nach ebenfalls am Ergebnis zehren dürften. Noch im vierten Quartal rechnet Dräger in diesem Zuge deshalb mit Sonderbelastungen von rund 30 Millionen Euro. Dieser Trend wird sich auch 2022 weiter fortsetzen. In einigen Märkten kam es im Laufe der letzten zwei Jahre zu außergewöhnlich hohen Investitionen in intensivmedizinisches Gerät, wie z.B. Beatmungsgeräte, die in dieser Form nicht fortgesetzt werden.

2022 wirkt sich neben dem geringeren Umsatzvolumen auch eine erwartete niedrigere Bruttomarge negativ auf das Ergebnis aus. Abnehmende Verkäufe von Beatmungsgeräten führen zu einer geringeren durchschnittlichen Marge. Neben diesem ungünstigeren Produktmix belasten auch deutlich höhere Preise bei Vorprodukten, Rohstoffen und Elektronikkomponenten und unverändert hohe Fracht- und Logistikkosten die Profitabilität. Zugunsten eines stärkeren mittelfristigen Wachstums investiert Dräger zudem in ausgewählten Fokusmärkten gezielt in den Ausbau von Strukturen und spezifischen Fähigkeiten in den Vertriebsorganisationen. Gleichzeitig setzt Dräger seine Innovationsoffensive in der Medizintechnik fort und investiert dafür in F&E Projekte.

Wachstumsaussichten für 2023

Ab 2023 wird Dräger zu positivem Wachstum zurückkehren und auch wieder eine höhere Profitabilität ausweisen. Für 2021 geht die Unternehmensleitung weiterhin von einem gegenüber 2020 währungsbereinigten Umsatzrückgang von zwischen -2 und -6 Prozent und einer EBIT-Marge zwischen 8 bis 11 Prozent aus. Dabei ist nunmehr ein EBIT im Bereich des unteren Endes der Bandbreite wegen Einmalaufwendungen wahrscheinlicher: Aufgrund der starken Überkapazitäten auf dem globalen Markt für FFP-Masken und des damit einhergehenden Nachfrageeinbruchs wird Dräger seine im Zuge der Pandemiebekämpfung aufgebauten Produktionskapazitäten für Masken im nächsten Jahr nicht auslasten können. Folglich wird ein Teil der 2020 und 2021 getätigten Investitionen wertberichtigt werden müssen.

Ebenfalls wird die Fertigung für den Dräger Covid-19 Home-Test bis auf weiteres eingestellt, da videoüberwachte Selbsttestungen aus politischen Gründen nicht mehr als 3G-gültiger Testnachweis anerkannt werden. Die Einmalaufwendungen in Höhe von rund 30 Millionen Euro belasten das Ergebnis des vierten Quartals.

Vorläufige Geschäftszahlen für das laufende Geschäftsjahr und die finale Prognose für 2022 wird Dräger Mitte Januar 2022 veröffentlichen.

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