VersorgungsengpässeDKG befürchtet Engpässe bei Schutzausrüstung

Durch den Krieg im Iran funktionieren globale Lieferketten nicht mehr – mit Folgen für die Versorgung von Krankenhäusern mit Schutzausrüstung und anderen Waren. Diese könnten knapp und teuer werden, warnt die DKG.

Person im blauen Kasack die sich Einmalhandschuhe anzieht
lenetsnikolai/stock.adobe.com
Symbolfoto

Einmalhandschuhe, Schutzausrüstung und andere wichtige Waren für den täglichen Bedarf im Krankenhaus könnten knapp werden, da durch den Krieg im Iran Lieferketten unterbrochen sind. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt daher vor Preissteigerungen und kritisiert fehlende Vorsorgemaßnahmen der Politik.

Die Einkäufer der Kliniken könnten mit starken Preissprüngen oder gleich leeren Lagern konfrontiert werden.

„Sollte sich die politische Situation nicht in absehbarer Zeit entspannen, werden die Einkäufer der Kliniken mit starken Preissprüngen oder gleich leeren Lagern konfrontiert sein“, sagt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Henriette Neumeyer.   

Aktuell nehmen viele der Hersteller von medizinischer Schutzausrüstung in Ostasien keine Bestellungen mehr an. Durch den Krieg im Iran fehlen ihnen die zur Produktion notwendigen erdölbasierten Stoffen wie Naphtha und Ethylen. 

Knappheit herrscht auch beim Gas Helium. Es wird beispielsweise zur Kühlung von medizinischen Geräten eingesetzt. Aber auch bei der Arzneimittelproduktion nimmt Helium eine Schlüsselposition ein.

Kliniken müssen auf Vorräte zurückgreifen

Laut Neumeyer wirken sich die unterbrochenen Lieferketten noch nicht spürbar auf die Versorgung in den Krankenhäusern aus. Das liege aber vor allem an der Vorratshaltung der Kliniken und den Beständen der Händler. Sollte sich die Lage nicht bald ändern, droht Krankenhäusern dennoch eine ähnliche Situation wie zu Beginn der Corona-Pandemie 2020. Preissteigerungen können die Krankenhäuser aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen und den jüngsten Sparvorschlägen nicht leisten. 

Leider hat die Politik die Lehren aus den Lieferengpässen während der Pandemie noch nicht gezogen.

Neumeyer kritisiert, dass die Politik nicht aus den Lieferengpässen während der Corona-Pandemie gelernt habe: „Die damals angekündigte Nationale Reserve Gesundheitsschutz existiert bis heute genauso wenig wie eine relevante europäische Produktion von Schutzausrüstung und medizinischer Verbrauchsgüter.“ 

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