kma Online
Testergebnis

Klinikum Ludwigshafen deckt Mängel bei eingesetzten Masken auf

Nach öffentlicher Kritik an einem chinesischen Maskentyp nahm das Klinikum Ludwigshafen Ende 2020 vorsorglich alle KN95 Masken aus dem Verkehr. Ein unabhängiger Test bestätigt nun Qualitätsmängel.

Schutzmaske

AdobeStock/Candy1812

Symbolfoto

Im November 2020 hatte das Klinikum Ludwigshafen als Reaktion auf einen in den Medien in Kritik geratenen chinesischen Maskentyp vorsorglich alle KN95 Masken aus dem Verkehr gezogen. Das Haus beauftragte darüber hinaus die unabhängige Testung der verwendeten KN95 Masken sowie aller weiteren verwendeten und auch aktuell eingesetzten FFP2 Masken durch eine zertifizierte Prüfstelle.

Nun liege das Testergebnis vor. Demnach wurden große Teile der bis November genutzten Masken als mangelhaft bewertet. Zudem sollen die Masken der chinesischen Hersteller schlechter als die in Europa gefertigten Masken abschneiden, heißt es in einer Mitteilung des Klinikums. 

Geringste Schutzwirkung lag bei 61 Prozent

Von circa 70 000 Masken, die in der Zeit von April bis Ende November in allen Bereichen des Klinikums, vorwiegend in den Covid-Bereichen, zum Einsatz kamen, schafften es rund zwei Drittel der Masken nicht, den für FFP2 Masken (und auch KN95 – Masken) geforderten Grenzwert eines Abscheidegrads von 94 Prozent zu erzielen. Im Mittel erzielten die getesteten Masken einen Abscheidegrad von 88,7 Prozent und liegen damit unter dem für FFP2 Masken geforderten Richtwert. Die Atemschutzmaske mit der geringsten Schutzwirkung erzielte 61 Prozent. Alle derzeit im Klinikum eingesetzten Masken übertreffen den geforderten Wert mit mindestens 99,8 Prozent deutlich.

Zur Testung kamen alle KN95 sowie FFP2 Maskentypen die das Klinikum im Laufe des Jahres eingesetzt hatte. Hierbei wurden sowohl alle Lieferanten als auch unterschiedliche Chargen selber Lieferanten getestet. In Summe untersuchte die akkreditierte Prüfstelle rund 100 Masken für das Klinikum. Neben unzureichender Qualität fielen zudem bei den bis Oktober gelieferten Produkten zum Teil erhebliche Schwankungen der Fertigungsqualität auf, so dass es mitunter zu Abweichungen im Wirkungsgrad der Masken ein und desselben Herstellers sogar innerhalb einer Packung kam.

Vertrauen in aktuellen Markt erschüttert

Zum Zeitpunkt der ersten Pandemiewelle gab es eine Empfehlung der EU-Kommission, KN95 Masken auch ohne CE-Zertifizierung auf Basis vergleichbarer Zertifikate einzusetzen als Reaktion auf den nahezu leer gekauften Weltmarkt an Schutzausrüstung. Dieser Empfehlung sei das Klinikum im März und April gefolgt, geltendes Recht wurde diese Praxis aber erst ab Mai.

„Somit haben wir uns zwar dem angeschlossen, was WHO und EU Kommission für den Gesundheitsmarkt empfohlen haben, haben uns damit aber gleichzeitig auch auf die Prüfberichte und Zertifikate verlassen, die uns die Hersteller und Lieferanten zur Verfügung gestellt haben. Die Masken entsprachen aber in weiten Teilen nicht dem, was sie nach den Zertifikaten hätten halten sollen“, erklärt der Geschäftsführer des Klinikums Ludwigshafen Hans-Friedrich Günther. 

Klinikum könnte rechtliche Schritte einleiten 

Ob und gegebenenfalls welchen Einfluss die Verwendung nicht ausreichend schutzfähiger FFP2-Masken auf das Infektionsgeschehen im Klinikum hatte, sei nicht eindeutig zu beurteilen. Aktuell prüfe das Klinikum ein rechtliches Vorgehen bis hin zur Erstattung von Strafanzeigen gegen die Lieferanten der nicht ausreichend schutzfähigen Masken.

  • Schlagwörter:
  • Klinikum Ludwigshafen
  • Coronavirus
  • Maske
  • Schutzmaske
  • Zertifizierung
  • FFP2
  • KN95

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Um einen Kommentar hinzuzufügen melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich.

Jetzt anmelden/registrieren