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Globalisierung und Digitalisierung fordern Einkauf heraus

„Die zahlreichen Risiken und Unsicherheiten im internationalen Umfeld bremsen die Unternehmensaktivitäten spürbar ein. Zunehmender Protektionismus und daraus resultierende Handelskonflikte sowie die ungeklärte Brexit-Frage, sind Sand im Getriebe der globalen Lieferketten."

Digitale Infrastruktur

Foto: Fotolia (ra2 studio)

Das sagte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), auf der traditionellen Pressekonferenz anlässlich des 53. BME-Symposiums Einkauf und Logistik in Berlin. Die geopolitischen Störfeuer verunsicherten die Märkte und würden immer mehr zu einer Belastung der Weltwirtschaft.  

Neben der voranschreitenden Globalisierung zwinge vor allem die stetig schneller werdende Digitalisierung ganzer Liefer- und Wertschöpfungsketten den Einkauf zum Handeln. Denn, so Grobosch weiter: „Er soll künftig Schrittmacher dieses Prozesses und aktiver Wegbereiter der digitalen Vernetzung zwischen mehreren Unternehmen sein. Seine Erfahrung hilft ihm, die neue Qualität in der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Firmen erfolgreich durchzusetzen.“

Dabei gelte auch für den Einkauf: Nur wer sich die digitalen Möglichkeiten zunutze mache, könne die Potenziale in Risiko- und Lieferantenmanagement, Controlling, Kostenoptimierung und Performance Management optimal ausschöpfen. Deshalb habe der BME seinen diesjährigen Fachkongress unter das Motto „TRANSFORMATION JETZT!“ gestellt. In zahlreichen Plenen, Podiumsdiskussionen und Fachkonferenzen werden rund 100 namhafte Referenten aus Politik und Wirtschaft mit den 2.000 Tagungsteilnehmern an allen drei Veranstaltungstagen über die Einkaufs- und Supply-Management-Organisation der Zukunft diskutieren. 

Mit aktivem Risikomanagement den Wertbeitrag des Einkaufs steigern

Big Data, Digitalisierung, Globalisierung: Die Lieferkette hat sich zur Hauptschlagader für die Produktion entwickelt. Mit der hohen Abhängigkeit von der Supply Chain steigt allerdings auch die Gefahr von massiven Störungen im Geschäftsablauf. Spätestens jetzt ist ein zukunftsgerichtetes Risikomanagement gefragt, das in den vergangenen Jahren neben der Realisierung von Einsparungen einen prominenten Platz auf der Agenda der Einkaufsmanager eingenommen hat. Einer Umfrage von riskmethods und BME zufolge haben 81 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten Störungen in der Lieferkette registriert, die eine Unterbrechung in der Versorgung auslösten.

Jedes dritte Ereignis schlug mit mindestens einer Million Euro Schaden zu Buche. Der Ausfall eines kleinen Zulieferers kann heute Großkonzerne ins Wanken bringen. Ein reaktives Risikomanagement, wie es oftmals immer noch betrieben wird, ist nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr trägt eine pro-aktive und vorausschauende Risikoüberwachung dazu bei, die zur reibungslosen Produktion erforderliche Versorgung des Unternehmens mit Rohstoffen und Materialien sicherzustellen, die eigene Reputation zu schützen, Umsätze zu sichern und dabei gleichzeitig Kosten einzusparen. Genau hier kann der Einkauf ansetzen und erfolgreich als Werttreiber und Innovator für sein Unternehmen agieren.

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