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Planung

Herausforderungen für die Krankenhauslogistik bei Neu- und Umbau

Der Neu- oder Umbau eines Krankenhauses bei laufendem Betrieb fordert die Logistik in den verschiedenen Bereichen heraus, wie z.B. in der Speisenversorgung oder in der Belegung der OP-Säle und Betten. Bereits die Planung ist ein komplexes Unterfangen.

Baustelle

Pixabay/MichaelGaida

Symbolfoto

Krankenhäuser sind Unternehmen, die wie andere Unternehmen auch in wirtschaftlicher Konkurrenz zueinander (oder ambulanten Einrichtungen) stehen. Daher ist es sinnvoll zu überlegen, ob durch einen geplanten Neu- oder Umbau zum Beispiel die Kompetenz des Krankenhauses erweitert werden kann oder muss. Ein integriertes Weaning Zentrum oder eine Chest-Pain-Unit sind dabei denkbare Optionen, um die Attraktivität für Fachpersonal und Patienten und somit auch die Wirtschaftlichkeit des Krankenhauses zu steigern.

Effiziente Strukturen können für Personalzufriedenheit sorgen

Einer Studie des Instituts zur Messung der Arbeitsplatzattraktivität in Kliniken (IMAAK) zufolge sind die Ansprüche an das Betriebsklima und eine gute Patientenversorgung sowie an die Sachmittel- und Raumausstattung hoch. Da räumliche Strukturen durchaus die Effizienz des Krankenhauspersonals beeinflussen können, sollte bei Um- oder Neubaumaßnahmen auf eine starke Infrastruktur geachtet werden. So kann zum Beispiel mit einer modernen IT-Infrastruktur ein ausgeklügeltes, vollautomatisiertes Transportsystem mit einem krankenhausweiten Streckennetz eingesetzt werden, um Speisen, Medikamente aber auch Wäsche, Sterilgut oder sonstige Abfälle abzutransportieren. Dadurch kann der Personalaufwand für logistische Aufgaben verringert und beispielsweise mehr Zeit für die Pflege freigemacht werden.

Neu- oder Umbau: Die Chance für eine digitalisierte Infrastruktur

Auch im medizinisch-pflegerischen Bereich kann die Digitalisierung den Krankenhausalltag deutlich bereichern und gleichzeitig die Behandlungsqualität verbessern. So sind nach dem KISS-System (keep it stupid simple) einfach aufgebaute, digitalisierte Patientenakten eine sinnvolle Alternative zu Akten aus Papier. Ärzte, Pfleger und Labormitarbeiter können dadurch gleichzeitig und unabhängig voneinander die Akten bearbeiten und einsehen, ohne die entsprechende Abteilung oder Station aufsuchen oder auf den Krankenhaus-Kurier warten zu müssen. Dies spart Zeit und Nerven der Beschäftigten, welche Ihre Einträge dank ausgezeichneter Spracherkennungs-Programme nun mündlich erledigen und elektronisch unterschreiben können. Auch Patienten profitieren von leserlichen Berichten, wenn Sie Ihre Akten einsehen möchten.

Küche: umbauen, einbauen oder auslagern?

Je nach Größe des (neuen) Krankenhauses können unterschiedliche Verpflegungssysteme in Frage kommen. Die Eigenbewirtschaftung setzt eine hohe Investition in die Räumlichkeiten voraus. Daneben fallen hohe Kosten für das Personal an, das regelmäßig betreut und in gesetzlichen Vorgaben geschult werden muss. Damit liegt die Verantwortung in Bezug auf Arbeitsschutz und Hygiene beim Krankenhaus. Allerdings können so die Verantwortlichen direkt den Betriebsablauf beeinflussen und sich auf kurzen Kommunikationswegen flexibler untereinander abstimmen. Eine integrierte Küche kann jedoch aufgrund der hohen Personalkosten zu einem gewaltigen Kostenfaktor werden. Dienstleister oder die Gründung einer Tochtergesellschaft, die das Catering übernehmen, können diese Kosten senken. Die Wahl des Verpflegungssystems richtet sich nach der verfügbaren oder geplanten Küchenausstattung. Die Variante „cook and freeze“ stellt dabei einen geringen Anspruch an die Küchenausstattung. Die Speisen können über einen längeren Zeitraum gelagert werden, was die Menüplanung über einen längeren Zeitraum vereinfachen kann.

Im Hinblick auf die älter werdende Bevölkerung und den Mangel an qualifizierten Fachkräften sind vor allem die Investitionen für den Krankenhausalltag wichtig, die das Krankenhauspersonal dafür freimachen, sich hauptsächlich um das Patientenwohl kümmern zu können. Denn nicht nur moderne Gerätschaften, sondern auch die gelebte Fürsorge am Patienten können einen wirtschaftlich wichtigen Pull-Faktor darstellen.

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