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Mehr Effizienz durch gezielte Inhouse-Logistik im Krankenhaus

Es klingt verlockend: Werden alle logistischen Leistungen im Krankenhaus aus einer Hand erledigt, verspricht das diverse Vorteile. Doch Experten warnen: Nicht nur der Datenschutz wirft erhebliche Fragen auf.

AdobeStock/TylerOlsen

Die Zahl der Bereiche und Personen, die im Krankenhaus logistische Leistungen erbringen, ist erstaunlich vielfältig. Neben einer Logistik-Abteilung können dies Pflegekräfte sein, die Patienten in Funktionsbereiche bringen, Textilversorger, die Wäsche auf die Stationen liefern, oder Lieferanten, die eine persönliche Sendung zustellen. Demgegenüber steht der Wunsch, Sekundärleistungen wie die Inhouse-Logistik immer effizienter und damit schneller und kostengünstiger zu machen. Ist es also sinnvoll, alle logistischen Leistungen in eine Hand zu geben?

Dafür spricht zweifellos die Möglichkeit, Leistungen miteinander zu kombinieren. So kann die Auslieferung der Speisewagen beispielsweise mit einem Patiententransport verbunden werden, oder mit der Einholung der Schmutzwäsche erfolgt gleichzeitig die Neubestückung der Korb-Modulsysteme, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Dabei kann eine gute Logistiksoftware helfen, in der alle routinemäßigen sowie spontan eingehende Transportaufträge erfasst und disponiert werden. Sind dann noch die Standorte aller Logistik-Mitarbeiter bekannt, können die Aufgaben quasi in Echtzeit automatisch geplant und verteilt werden. Der Reiz dieses Modells liegt auf der Hand: Eine deutliche Verringerung von Leergängen und eine schnellere Reaktionszeit erhöhen die Effizienz, reduzieren Engpässe wie die Aufzugsnutzung und tragen auch zur Zufriedenheit von Besuchern, Patienten und Mitarbeitern bei.

Investitionen im sechsstelligen Bereich

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Denn erbringt beispielsweise der Wäscheversorger die Abholung und den Transport auf Stationsebene unentgeltlich, weil sein Fahrer in dieser Zeit ansonsten nur warten würde, entsteht eine zusätzliche Leistung für die Inhouse-Logistik, die dort Aufwände und damit Kosten verursacht, die es bisher nicht gab.

Genauso wäre es bei der Speisenversorgung durch einen Dienstleister, der den Transport der Wagen auf die Station personell eingeplant und damit kalkuliert hat. Wird diese Leistung dort zur Eigenerbringung entnommen, kann dies zu einer geringeren Personalauslastung beim Versorger führen, was sich einerseits in dessen Kosten und andererseits in der Bereitschaft, über eine Leistungsreduzierung an dieser Stelle zu verhandeln, niederschlagen kann.

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