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Geschäftsjahr 2021Hohe Kosten schmälern Umsatzsteigerung bei B.Braun

Die B. Braun Gruppe hat ihren Umsatz im zweiten Corona-Jahr um 5,8 Prozent auf 7,86 Milliarden Euro gesteigert. Aufgrund gestiegener Bezugspreise sind für 2022 jedoch Preissteigerungen angekündigt.

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Trotz eines herausfordernden Geschäftsjahres 2021 konnte B. Braun seinen Umsatz im Rahmen der gesetzten strategischen Ziele steigern. Die Erlöse der B. Braun Gruppe stiegen im Vergleich zu 2020 um 5,8 Prozent auf 7,86 Milliarden Euro. Die stark schwankende Nachfrage konnte durch ein breites Portfolio und die internationale Präsenz gut ausbalanciert werden. Unterm Strich sank der Gewinn jedoch leicht auf 300 Millionen Euro (2020: 301,5 Millionen Euro).

Preissteigerung trotz positivem Ergebnis

Alle Sparten erzielten gute Umsatzsteigerungen: Hospital Care profitierte von einer hohen Nachfrage nach Infusionspumpen, Aesculap wuchs 2021 am kräftigsten. Auch die Entwicklung von Avitum wurde gestärkt. Aufgrund deutlich gestiegener Bezugspreise und Lieferengpässe konnte jedoch das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht werden. CEO Anna Maria Braun zeigte sich damit nicht zufrieden. B. Braun werde daher im laufenden Geschäftsjahr die Preise anziehen.

Trotzdem konnte B. Braun seine Nettofinanzschulden verringern: Sie reduzierten sich im Geschäftsjahr 2021 um 3,6 Prozent auf rund 2,4 Milliarden Euro. Auch die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 37,5 Prozent im Vorjahr auf 40,7 Prozent 2021. Das EBITDA der B. Braun-Gruppe blieb mit rund 1,1 Milliarden Euro stabil. Die EBITDA-Marge verfehlte das angestrebte Ziel (15,0 Prozent vom Umsatz) und lag bei 14,0 Prozent (2020: 14,9 Prozent). Das Ergebnis vor Steuern blieb mit 408,6 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahresniveau (2020: 416,1 Millionen Euro).

Investitionen in die Zukunft

Im Geschäftsjahr 2021 investierte das Unternehmen über eine Milliarde Euro in neue Produktionen sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte. So wurde am Heimatstandort Melsungen der Bau einer neuen Medical-Fertigung begonnen und die weitere Automatisierung der Produktion von Infusionspumpen vorangetrieben. In Deutschland investierte B. Braun ebenso in die Erweiterung und Modernisierung der Spritzenfertigung. Auch an den Standorten in den USA wurde Geld in die Hand genommen. Mit dem Zukauf weiterer Unternehmensanteile an der Schölly Fiberoptic GmbH sicherte sich Aesculap Know-how und Technologiezugang im Bereich endoskopischer Visualisierung. Avitum setzte die Bauarbeiten für ein neues Werk zur Herstellung von Desinfektionsprodukten im schweizerischen Sempach fort.

Blick auf 2022

Für das Geschäftsjahr 2022 geht B. Braun von anhaltenden Unsicherheiten in den Märkten aus. Die Entwicklung der Corona-Pandemie könnte erneut das Nachfrageverhalten bei einzelnen Produktgruppen beeinflussen. Auch ist B. Braun in der Ukraine mit einer eigenen Vertriebsgesellschaft in Kiew präsent. Im zentralrussischen Twer produziert das Unternehmen etwa Infusionslösungen und -zubehör für den lokalen Markt. Man arbeite daran, die Gesundheitsversorgung trotz der Schwierigkeiten sicherzustellen.Gleichzeitig erwartet das Unternehmen, dass das aktuell hohe Preisniveau bei Rohstoffen, Energie und Logistikdienstleistungen kurz- bis mittelfristig bestehen bleibt.

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