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Gemeinsames Positionspapier

Industrieverbände veröffentlichen „Zielbild Medizintechnik 2025“

Pünktlich vor der Bundestagswahl 2021 fordern die drei Medizintechnik-Branchenverbände BVMed, Spectaris und ZVEI in einem gemeinsamen Positionspapier die Stärkung des Medizintechnik-Standorts Deutschland.

Reichstagsgebäude

Achim Melde/Deutscher Bundestag

Bundestag im Reichstagsgebäude.

„Deutschland muss ein starker Medizintechnikstandort sein und bleiben“, erklären der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), der Deutsche Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik Spectaris und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) in ihrem gemeinsamen "Zielbild Medizintechnik 2025". Das Papier soll der Politik reformpolitische Handlungsempfehlungen für die kommende Legislatur an die Hand geben.

Insgesamt fünf Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungskette zeigen die Wirtschaftsverbände auf, für eine innovative, wirtschaftlich gesunde und international wettbewerbsfähige deutsche Medizintechnikbranche 2025 und darüber hinaus. Hierfür brauche es eine koordinierte industriepolitische Unterstützung der Branche, um strukturelle Reformen anzupacken: Getrennte Ressortzuständigkeiten für Gesundheit, Forschung und Wirtschaft verhindern bislang eine politische Gesamtstrategie für die Medizintechnik. Ihre komplexen Belange in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Regulierung, Produktion und Marktzugang gehen dabei zu oft unter.

Potenzial der Digitalisierung nutzen

Zu den Forderungen gehört ein ressortübergreifender und strategischer "MedTech-Dialog" in Anlehnung an andere Branchendialoge, um gesundheits-, wirtschafts- und forschungspolitische Aspekte gemeinsam zu berücksichtigen.

Daneben schlagen die Verbände eine digitale Bestandsplattform versorgungskritischer Medizinprodukte, eine bessere Förderung klinischer Studien sowie einen Zugang der Unternehmen zu Gesundheitsforschungsdaten vor. „Wir müssen die Voraussetzungen für einen Datenraum Gesundheit schaffen, die Einbindung in den European Health Data Space gewährleisten und so einen rechtssicheren Zugang zu diesen Daten für auch für die Industrie erreichen“, so Hans-Peter Bursig, ZVEI-Fachverbandsgeschäftsführer Elektromedizinische Technik. Anonymisierte Gesundheitsdaten für die kommerzielle Forschung, Entwicklung und Innovationen spielten eine immer wichtigere Rolle. 

Unterstützung bei regulatorischen Herausforderungen

Dass Herstellungsprozesse und der Marktzugang in der EU für die Medizintechnik immer komplexer werden, sehen die Verbände auch aufgrund steigender regulatorischer Anforderungen: „Die Medizintechnik-Branche hat mit einer seit Jahren ansteigenden Flut an Regulierungen zu kämpfen, nicht zuletzt durch die Medical Device Regulation (MDR), deren bürokratischer Mehraufwand nicht immer zu zusätzlicher Patientensicherheit beiträgt. Diesem Trend gilt es mit dem politischen Willen zu begegnen, jede neue Regulierung auch an ihren Auswirkungen auf die Wettbewerbs- und Innnovationsfähigkeit unserer Hightech-Industrie zu messen“, betont Dr. Martin Leonhard, Vorsitzender der Medizintechnik im Deutschen Industrieverband Spectaris.

Ziel müsse sein, den Medizintechnikindustriestandort Deutschland dauerhaft zu stärken. Dazu gehöre auch, dass eine leistungsfähige Versorgung mit Medizinprodukten in Zukunft nachhaltig gewährleistet werde - auch im Falle von Krisenlagen. Darüber hinaus müsse die Entwicklung und Fertigung der Medizintechnik in Deutschland und Europa insgesamt gestärkt werden. Ein weiteres Anliegen besteht in der Modernisierung der Methodenbewertung und des Zugangs zur Regelversorgung für die Medizintechnik.

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