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Jahresbilanz

Ottobock überspringt 2019 erstmals Milliarden-Umsatzmarke

Im Jahr 2019 wuchs das Medizintechnikunternehmen Ottobock um 8,2 Prozent. Zudem steigerte es sein operatives Ergebnis überproportional. Das Jahr 2020 wird von der Coronavirus-Pandemie belastet.

Ottobock

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Ottobock hat seinen Wachstumskurs im Geschäftsjahr 2019 fortgesetzt. Der Umsatz stieg nominal um 8 Prozent auf 1.003 Millionen Euro (Vorjahr: 927 Millionen Euro) und übersprang erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro. Unterstützt durch das Umsatzplus und dank der konsequent gesteigerten Effizienz stieg der bereinigte operative Gewinn vor Sondereffekten überproportional um 10 Prozent auf 191 Millionen Euro (Vorjahr: 174 Millionen Euro).

Prothetik- und Orthetik-Komponentengeschäft wächst weiter

Im Segment O&P, dem das Prothetik- und Orthetik-Komponentengeschäft sowie mit Patient Care auch die Versorgung von Patientinnen und Patienten zugeordnet sind, hat Ottobock den Umsatz organisch um 6 Prozent auf 876 Millionen Euro gesteigert. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei die zunehmende Versorgung von Patientinnen und Patienten mit technologisch anspruchsvollen, mikroprozessorgesteuerten Prothesen. Insgesamt hat Ottobock seine Position auf dem Weltmarkt für Prothesen technologisch wie wirtschaftlich klar behauptet.

Weiteres Wachstumspotenzial im Segment O&P biete das weltweit einzigartige Neuro-Beinorthesensystem C-Brace, das Menschen mit Lähmungen in den Beinen dabei helfen soll, wieder laufen und stabil stehen zu können. 2019 hat Ottobock die zweite Generation des C-Brace vorgestellt. Die Zulassungsstellen haben in den vergangenen Monaten die Erstattungszusagen der Gesundheitssysteme in Deutschland und Japan erteilt und damit die Basis für eine entsprechende Versorgung der Patientinnen und Patienten geschaffen.

Gewinne im Start-Up-Bereich Industrials 

Im Segment Others, zu dem unter anderem das Rollstuhlgeschäft Human Mobility und der Start-up-Bereich Industrials zählen, hat Ottobock den Umsatz organisch um 7 Prozent auf 127 Millionen Euro gesteigert. Das Rollstuhlgeschäft entwickelte sich mit einem Wachstum im zweistelligen Prozentbereich sehr positiv, insbesondere durch die erhöhte Nachfrage nach Leichtgewichtrollstühlen, Aktiv- und Sportrollstühlen sowie Elektrorollstühlen. Elektromobilität ist seit Jahren fester Bestandteil der Produktpalette.

Mit Umsatzerlösen im niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Bereich ist der Start-up-Bereich Ottobock Industrials noch vergleichsweise klein, wächst aber exponentiell. Innovative Exoskelette für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Produktion, Logistik und Handwerk reduzieren die körperliche Beanspruchung im Schulter- oder Rückenbereich deutlich und bieten Potenzial für die kommenden Jahre.

Cashflow stabilisiert 

Aus regionaler Sicht ist das Geschäft in Westeuropa um 6 Prozent gewachsen. Es macht rund die Hälfte des Gesamtumsatzes von Ottobock aus. Während in Nordamerika und EEMEA (Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika) Umsatzzuwächse von 2 beziehungsweise 7 Prozent verzeichnet wurden, stachen die Wachstumsraten in den Emerging Markets Asien-Pazifik (+8 Prozent) und Lateinamerika (+15 Prozent) hervor.

Mit dem Anstieg des bereinigten operativen Gewinns vor Sondereffekten (Underlying EBITDA) auf 191 Millionen Euro hat sich auch die entsprechende EBITDA-Marge des Unternehmens um 0,3 Prozentpunkte auf 19,2 Prozent verbessert. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 betrug die EBITDA-Marge noch 16,0 Prozent. Seitdem ist die Profitabilität kontinuierlich gestiegen, beispielsweise durch die Optimierung des Qualitätsmanagements und positive Effekte im Einkauf. „Im nächsten Schritt wollen wir ein Niveau von 20 Prozent erreichen“, sagt Jörg Wahlers, CFO von Ottobock. Ein weiterer Beleg für die gestärkte operative Leistung ist der operative Cashflow, der sich 2019 auf dem Wert von 104 Millionen Euro stabilisiert hat.

Investitionen in Produktion, Logistik und Forschung

Das Investitionsvolumen von Ottobock belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf 184 Millionen Euro – ein Anstieg um 54 Millionen Euro beziehungsweise 42 Prozent. Wesentliche Gründe waren die Akquisition von Vigo, einem führenden Patient Care-Anbieter in Belgien und Polen mit einem Jahresumsatz von rund 70 Millionen Euro, sowie weitere Transaktionen zur Stärkung der Patientinnen- und Patientenversorgung in Frankreich, Italien, Schweden und in den USA. Insgesamt 100 Millionen Euro hat Ottobock in die Übernahme der Unternehmen investiert.

Darüber hinaus investierte das Unternehmen 51 Millionen Euro in Sachanlagen, nicht zuletzt, um Produktion, Logistik und Service auszuweiten. Auf den Hauptsitz in Duderstadt entfielen 21 Millionen Euro, unter anderem für ein neues Logistikzentrum, ein Fräszentrum und das sogenannte iFab zur individuellen, digital gesteuerten Fertigung von Prothesen und Orthesen per 3D-Druck.

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