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Welche (soziale) Kompetenz benötigt der Klinik-Einkäufer?

Suche Klinik-Einkäufer mit langjähriger Berufserfahrung im Klinik-Einkauf, wenn möglich Studium, und nicht zu hohe Gehaltsvorstellungen. Überspitzt dargestellt, sind dies die Anforderungen, die einem zukünftige Mitarbeiter gestellt werden.

Rüdiger Müller ist seit September 2012 selbstständiger Unternehmensberater im Bereich Sachkostenreduktion und Prozessoptimierung in Kliniken und Pflegeheimen. Zuvor war er von 2005-2012 ehrenamtlich Bundesvorsitzender des Fachverbandes für Einkäufer, Materialwirtschaftler und Logistiker im Krankenhaus e.V. und Leiter Strategischer Zentraleinkauf der regiomed-Kliniken GmbH Coburg / MEDINOS Kliniken des Landkreise Sonneberg GmbH.

EDV-Kenntnisse in allen Programmen sind in Zeichen der Digitalisierung eh schon Voraussetzung. Ist die oftmals ebenfalls nachfragte soziale Kompetenz überhaupt (noch) notwendig oder nur eine Floskel? Der

Einkäufer als Moderator und Entertainer

„Das habe wir noch nie so gemacht, das haben wir immer schon so gemacht, da könnte ja jeder kommen“. Diese Argumente (wenn es überhaupt welche sind), kriegt der Einkäufer schon mal zu hören, v.a. bei - aus Sicht des Anwenders – „unsinnigen“ Artikel- oder Lieferantenumstellungen. Um den harten Fakten (bessere Preise und / oder Konditionen) verstärkt Gehör zu verleihen, muss der Einkäufer mit sozialer Kompetenz und strategischen Einfühlungsvermögen („Sie sind doch ein so guter Arzt, Sie kommen doch mit jedem Produkt klar“) solche Entscheidungsprozesse moderieren und am Ende den Beteiligten das Gefühl geben, dass sie – und nur sie – die Entscheidung getroffen haben. Einer muss ja auch die Lorbeeren ernten.  

Der Einkäufer als Prell- und Sündenbock

„Wollen Sie, dass mein Patient stirbt? Wegen Ihnen musste ich die OP absagen!“. Nicht selten werden neue Verhandlungen mit Lieferanten mit solchen Aussagen schon versucht im Vornherein im Keim zu ersticken. Dabei gelten wirtschaftliche Argumente nicht oder noch nicht in dem Maße, wie es eigentlich die wirtschaftliche Lage der Klinik eigentlich erfordern würde. Auch für Lieferprobleme oder qualitative Probleme beim Produkt oder Gerät, muss der Einkäufer herhalten („den Letzten beißen halt die Hunde“), auch wenn er dafür genau soviel kann, wie der Techniker für einen Stromausfall.  

Zuhören, um zu verstehen

Wenn beide Seiten (Einkäufer und Anwender) im Sinne der Klinik eine partnerschaftliche Zusammenarbeit realisieren und auf die gegenseitige Fachkompetenz vertrauen (was es in vielen Kliniken ja schon so gibt), entwickelt sich neben einem positiven Betriebsklima auch noch Eines: die jeweilige soziale Kompetenz.              

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  • Einkäufer-Blog
  • Kompetenzen
  • Rüdiger Müller

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