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Lieferengpässe bei ArzneimittelnBKK-Dachverband fordert Frühwarnsystem

Um Lieferengpässen bei Arzneimitteln vorzubeugen, fordert der BKK Dachverband ein neues Frühwarnsystem. Dazu gehörten verpflichtende Meldungen an das BfArM.

Arzneimittel
James Thew/stock.adobe.com

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Angesichts zunehmender Meldungen über Lieferengpässe bei Arzneimitteln hat sich der BKK Dachverband für ein Frühwarnsystem ausgesprochen. Um Lieferengpässe frühzeitig zu erkennen, müsse die bislang geltende freiwillige Selbstverpflichtung der pharmazeutischen Unternehmen zu einer verpflichtenden Meldung umgewandelt werden, fordert Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes. Auch Großhändler und Apotheken müssten dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestehende oder zu erwartende Lieferengpässe  anzeigen.

„Nur so kann schnell nachvollzogen werden, an welcher Stelle ein Engpass besteht – ob es ein Produktionsengpass ist oder ob es sich ‚nur‘ um eine nicht optimale Bevorratung des Arzneimittels im Großhandel oder in Apotheken handelt“, erklärt Klemm. Bei letzterem könne schnell auf vorhandene Therapiealternativen für die Behandlung von Patientinnen und Patienten umgestellt werden. „Wir fordern also, ein Frühwarnsystem zu etablieren. Denn im Vordergrund muss immer die Versorgungssicherheit der Bürgerinnen und Bürger stehen“, so Klemm.

Lieferengpass-Datenbank des BfArM könnte erweitert werden

Um alle Informationen zu bündeln, könnten die Lieferschwierigkeiten in einer öffentlich zugänglichen Datenbank transparent abgebildet werden. Geeignet wäre die bereits existierende Lieferengpass-Datenbank des BfArM, die dahingehend schnell erweitert werden sollte, fordert der BKK Dachverband, der 68 Betriebskrankenkassen und  vier BKK Landesverbände vertritt.

Der Verband bezieht sich auf Presseberichte, nach denen zahlreiche Medikamente wie Fiebersäfte für Kinder, Krebsmedikamente, Blutdrucksenker oder Antibiotika fehlen. Sie seien derzeit schwer oder gar nicht lieferbar. Deshalb fordert der Verband in einem aktuellen Positionspapier, die Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln zu stärken und die bereits gesetzlich vorhandenen Werkzeuge, etwa aus dem Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG), zu schärfen.

„Lieferengpässe haben vielfältige Faktoren. Daher ist die Behauptung falsch, Ursache seien vor allem die Rabattverträge der Krankenkassen“, sagt Klemm. Die globale Beschaffung von Wirkstoffen und Vorprodukten, vor allem aus China oder Indien, habe zu einer Konzentration auf wenige Produktionsstätten geführt. Komme es zum Beispiel zur Verunreinigung der Wirkstoffe oder zu Lieferverzögerungen für Rohstoffe, seien Engpässe programmiert. Aber auch eine plötzlich gestiegene Nachfrage eines bestimmten Medikamentes könne zu Lieferschwierigkeiten führen.

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