SterilgutversorgungPlatzgewinn durch neues Schrankwagen-Feature

Die Stadtklinik im Diako Augsburg erneuert ihre Sterilgutversorgung mit dem flexiblen Transportwagen von Zarges. Sie spart damit nicht nur Platz, sondern schont dank einer Sonderausstattung auch die Rücken ihres Personals.

Mobiles Schrankwagensystem
Christian Kaufmann/Zarges
Der Raum kann besser genutzt werden, da die Lagerkapazitäten flexibel skalierbar sind und nicht mehr benötigte Regale einfach auszulagern sind.

In den letzten fünf Jahren hat sich das Leistungsspektrum der Stadtklinik im Diako Augsburg stark gewandelt. Das moderne Fachkrankenhaus mit über 160 Jahren Tradition und 135 Planbetten versorgt jährlich rund 9000 Patienten und führt etwa 6000 Operationen durch. Neben einem neu aufgebauten Schilddrüsenportfolio wurde die Orthopädie als weiterer Schwerpunkt eingeführt. Gerade bei den orthopädischen Operationen sind schwere Instrumente und Prothesensets nötig. Doch die vorhandene Lagerinfrastruktur war nicht auf deren Lagerung und Transport ausgelegt.

Neben diesem Problem beschäftigte Jonas Schnetzer, der seit Anfang 2023 Abteilungsleiter für den OP-Bereich ist, noch etwas anderes: die Gesundheit der Mitarbeiter. „OPs mit Revisionsprothesen erfordern oft über 20 Siebe mit einem Gesamtgewicht von 200 kg oder mehr. Das stellt enorme Anforderungen an das Personal“, erklärt er. Einige Mitarbeiter litten bereits unter erheblichen Rückenbeschwerden. Das wollte man ändern.

Im Krankenhaus plante man also den Umbau der zentralen Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP). Es sollte ein flexibles Konzept mit mobilen, modularen Lösungen sein anstelle weiterer fester Schranksysteme. „Platz ist heutzutage in Kliniken ein knappes Gut“, sagt er. „Wir müssen flexibel sein und uns schnell an neue Bedingungen anpassen können – sei es aufgrund neuer Fachbereiche, Renovierungen oder auch Ausfällen beim Personal."

Partnerschaft für innovative Lagerlogistik

Das Diako Augsburg nutzte bereits Schrankwagen der Zarges GmbH. Das Unternehmen hat ein flexibles und modulares Produktportfolio, das Dienstleistungsangebot reich von der Beratung bis zur Entwicklung individueller Sonderlösungen. Schnetzer bezog die Zarges-Experten bereits frühzeitig in die Planungen mit ein, um das neue Logistikkonzept gemeinsam umzusetzen. Nach sorgfältiger Prüfung verschiedener Lösungsansätze fiel die Wahl auf die mobilen Schranksysteme, die sich durch ihren modularen Aufbau mit austauschbaren Fachböden und Schienen auszeichnen. Ein besonderer Vorteil bestand für Schnetzer darin, dass die Mitarbeiter die Module ohne Werkzeug anpassen können. Das sollte eine schnelle Reaktion auf veränderte Raum- und Materialbedürfnisse ermöglichen.

Ausziehbare Fachböden für mehr Ergonomie

„Das Grundsystem mit den mobilen Schränken gab es bereits. Mir fehlte aber eine Möglichkeit, die schweren Siebe rückenschonend zu be- und entladen“, erinnert sich Schnetzer. Um diese Idee umzusetzen, wurden gemeinsam mit Zarges Prototypen entworfen, getestet und weiterentwickelt.

Die endgültige Entscheidung fiel dann auf ein Teleskop-Auszugssystem, das die Fachböden weit genug herausfahren lässt, damit zwei Personen die Container gemeinsam anheben können. Dadurch ließ sich die Einzellast halbieren. „Das Auszugssystem hatte Zarges bereits im Portfolio. Bisher war es jedoch nicht für Schrankwagen adaptiert“, sagt Schnetzer. Zwei Monate dauerte es, bis der erste Prototyp bereitstand. „Auch wenn der Prozess etwas länger gedauert hat als wie üblich Produkte aus dem Standardsortiment zu beziehen, war es die Wartezeit absolut wert“, betont der Abteilungsleiter.

Das Ergebnis: Zeit und Geld sparend sowie rückenschonend arbeiten

Alle Fachböden und Trägerschienen lassen sich nun ohne Werkzeug individuell anpassen, was die Durchlaufzeiten deutlich verkürzt. „Mitarbeiter müssen nicht mehr ständig hin und her laufen, um etwas zu holen. Das spart Zeit und Geld“, betont Schnetzer.

Mitarbeiter müssen nicht mehr ständig hin und her laufen, um etwas zu holen.

Der Raum kann besser genutzt werden, da die Lagerkapazitäten flexibel skalierbar und nicht mehr benötigte Regale einfach auszulagern sind. Außerdem können sie auch zur mobilen Zwischenlagerung von Kleinteilen direkt am Arbeitsplatz genutzt werden. Die Teleskop-Auszüge erleichtern die Handhabung schwerer OP-Siebe, indem sie es zwei Personen erlauben, die Last gemeinsam zu heben.  

Rollout in weiteren Klinikbereichen

Nicht nur die Ergonomie und Effizienz haben sich messbar verbessert, auch die Arbeitszufriedenheit ist nun höher. Angesichts der positiven Erfahrungen mit dem Einsatz der mobilen Schrankwagen plant das Diako Augsburg, diese auch in der Fußchirurgie und Anästhesie einzusetzen. Schnetzer sagt: „Unsere Mitarbeiter sind stolz darauf, gemeinsam mit Zarges eine zukunftsweisende Lösung entwickelt zu haben, von der viele Krankenhäuser profitieren können.“

Das Projekt hat auch bei Zarges Impulse gesetzt. Der Erfolg des Teleskop-Auszugssystems motivierte die Ingenieure, weitere rückenschonende Ansätze zu verfolgen, wie etwa ergonomischere Transportbehälter. „Anregungen und Feedback aus der Praxis sind ungemein wertvoll für uns“, betont Erkan Soytürk, Technischer Produktmanager bei Zarges. „Denn Produkte sind nur dann sinnvoll, wenn sie exakt auf die individuellen Gegebenheiten und Bedürfnisse des jeweiligen Krankenhauses zugeschnitten sind.“

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