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Medizinisches Nahtmaterial

Projektkonsortium forscht an Bio-Faser der Zukunft

Im Projekt „Herstellung von biobasierten Polyester-Urethan-Fasern (PEU-Fasern) für medizinische Anwendungen“ entwickelt ein Konsortium aus thüringischen, sächsischen und bayerischen Partnern das chirurgische Nahtmaterial der Zukunft. 

Operation

Fotolia (Kzenon)

Symbolfoto

Die neuartige Faser wird aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt, soll gut verträglich sein und vom Körper abgebaut werden können. Damit bietet sie Patienten mehr Komfort nach chirurgischen Eingriffen und ersetzt fast nebenbei erdölbasierte Rohstoffe durch erneuerbare, biobasierte Materialien. Die beteiligten Partner werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand“ für insgesamt drei Jahre gefördert. Nun ziehen die Partner eine Halbzeitbilanz.

Nach operativen Eingriffen müssen Wunden meist durch eine Naht verschlossen werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen. An das medizinische Nahtmaterial werden daher hohe Anforderungen gestellt, denn es hat Einfluss auf die Qualität der Wundheilung und bestimmt so über den Erfolg einer Behandlung mit.

Medizinisches Nahtmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen

Der Großteil der derzeit verwendeten chirurgischen Fasern wird aus petrobasierten Kunststoffen hergestellt. Im „Bio-PEU-Faser“-Projekt („Herstellung von biobasierten Polyester-Urethan-Fasern für medizinische Anwendungen“) arbeiten jedoch Partner aus Bayern, Thüringen und Sachsen zusammen, um hochspezialisierte, biobasierte, biokompatible und bioresorbierbare Medizinfasern aus Polyester-Urethan (PEU) zu entwickeln. Die neuen PEU-Fasern sollen vorrangig für Einsatzgebiete entwickelt werden, in denen es heute keine oder nur wenig Alternativen gibt.

Dies betrifft vor allem den Bereich der dünnen, flexiblen, aber sehr strapazierfähigen Fäden. Den Rohstoff für die Bio-PEU-Fasern gewinnen die Partner dabei aus natürlichen Quellen: in fermentativen Verfahren produzieren Mikroorganismen das Basismaterial Polyhydroxybuttersäure (PHB).

Technische Entwicklungen im „Bio-PEU-Faser“-Projekt

Die mikrobiologischen Prozesse, aus denen das hochreine PHB gewonnen wird und mit denen die Wertschöpfung im „Bio-PEU-Faser“-Projekt startet, werden von dem assoziierten Partner Fritzmeier Umwelttechnik GmbH & Co. KG betreut und fortlaufend verbessert. Da reines PHB ein sehr sprödes Biopolymer ist, verfügt es nur über unzureichende Verarbeitungs- und damit auch Fadeneigenschaften. Aus diesem Grund modifiziert UnaveraChemLab GmbH den Rohstoff mittels chemischer Verfahren, sodass er zu flexiblen Fasern geformt werden kann.

Die Faserentwicklung übernimmt anschließend das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung Rudolstadt e.V. (TITK), insbesondere durch Schmelzspinnverfahren. Erforderliche Toxizitätsbewertungen, Migrationsanalysen durch künstliche Haut und Extraktionen an den neuen Materialien führt die FABES Forschungs-GmbH durch. Weiter wird eine Software zur mathematischen Vorhersage der Migration durch Haut erstellt. Die Catgut GmbH als Hersteller chirurgischer Nahtmaterialien testet abschließend die entwickelten PEU-Fasern auf ihre Eignung für verschiedene Einsatzzwecke.

  • Schlagwörter:
  • Bio-Faser
  • Nahtmaterial
  • Wundheilung

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