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Klinik Einkauf

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Elektronische GeschäftsnachrichtenDatenqualität entscheidet – von Technik zu Content

Die ZUKE-Umfrage in der manuellen Beschaffungswelt ergab, dass bei mehr als 90 Prozent der befragten Klinikeinkäufer mindestens jede zehnte Bestellung einen falschen Preis oder nicht lieferbare Artikel aufweist. Auch in Australien wiesen mehr als 10 Prozent der manuellen Bestellungen Fehler auf, während elektronische Bestellungen mit über den Nationalen Produktkatalog synchronisierten Daten eine Fehlerquote von weniger als ein Prozent aufweisen. Das australische Beispiel zeigt ein enormes Einsparpotenzial von 100 Millionen Dollar pro Jahr, das sich aus standardisierten und synchronen Produktstammdaten ergibt.

Deutschland ist auf dem richtigen Weg, aber gemächlich. Die Erkenntnis der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit synchroner Produktstammdaten greift immer weiter um sich. Vielleicht kriegen die guten Absichten bei vielen Kliniken durch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) einen finanziellen Auftrieb. Für jeden KHZG-Antrag müssen mindestens 15 Prozent in die Informationssicherheit investiert werden.

Bei fast jeden Fördertatbestand sind Stammdaten involviert, sodass eine Investition in Systeme bzw. Services für synchrone Stammdaten förderfähig sind, wie das Bundesamt für soziale Sicherung (BAS) dem Autor unlängst bestätigte. Damit kommen wir zur zweiten Win-Win-Situation neben der finanziellen Fördermöglichkeit: Gleichzeitig werden mit synchronen Stammdaten auch Anforderungen an ein Informationssicherheits-Management-System (ISMS) erfüllt (verpflichtend für alle Krankenhäuser ab dem 1. Januar 2022). Damit stehen dem Einkauf neue Möglichkeiten zur Verfügung, um alte Herausforderungen auch zum eigenen Vorteil anzupacken.

Die Daten der ZUKE-Umfrage können Sie unter info@supedio.com anfordern.

* Vermeer et al. 2000. Environmental Health Perspectives 108 Suppl 1(Suppl 1):123-31 DOI:10.2307/3454637

Erschienen in Klinik Einkauf 06/21  Jetzt kaufen!

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