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Forschungsprojekt

Effizientere Logistikprozesse im Hospital 4.0

Am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) haben Forscher das Projekt „Hospital 4.0“ abgeschlossen. Resultat ist eine Vision für die schlanke digital-unterstützte Krankenhauslogistik der Zukunft.

Digitale Prozesse

Mrmohock/AdobeStock

Symbolfoto

Das Projekt Hospital 4.0 unter Leitung der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des FIT erforschte die Weiterentwicklung und beispielhafte Umsetzung von innovativen Logistiksystemen in Krankenhäusern durch den Einsatz digitaler Technologien. Durch sinnvolle Digitalisierung der Krankenhauslogistik wurden verbesserte Transparenz, Sicherheit und Effizienz von Logistikprozessen geschaffen. Dabei standen zwei Referenzprozesse im Fokus − die Lagerlogistik und das Bettenmanagement.

Nach Meinung der Forscher könne das Tagesgeschäft bereits durch eine umfassende Transparenz der Prozesse erheblich erleichtert werden. „Der Einsatz etwa von Radio-Frequency Identification (RFID) macht relevante Informationen in Echtzeit verfügbar und ermöglicht die Vernetzung aller am Klinikbetrieb beteiligten Akteure und Ressourcen.“, sagt Prof. Dr. Henner Gimpel von der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT. Insgesamt könnten die Integration digitaler Technologien und die Qualifikation des Personals die Qualität und Effizienz der Patientenversorgung deutlich steigern, die Pflegekräfte substanziell entlasten und die Verschwendung von Fläche, Material und Personalkapazitäten reduzieren.

Krankenhauslogistik im Jahr 2030

Auf Basis einer umfassenden Prozess- und Potenzialanalyse entstand im Rahmen des Projekts eine Vision der Krankenhauslogistik im Jahr 2030. Die Vision beschreibt einen Zentralisierungsansatz, der wertschöpfungsunterstützende Leistungen unter wirtschaftlichen und innovativen Gesichtspunkten forciert. Wie eine bedarfsgerechte, wirtschaftliche, schlanke und digitale Krankenhauslogistik der Zukunft erreicht werden kann, zeigen die im Projekt entwickelten Referenzmodelle für die Material- und Bettenlogistik.

Die Referenzmodelle beschreiben die Prozessstrukturen, den optimalen Materialfluss und die notwendigen Informationsflüsse. Zusammen mit einem umfassenden Lernkonzept werden die Referenzmodelle im gleichnamigen Buch „Hospital 4.0 − Schlanke, digital-unterstützte Logistikprozesse in Krankenhäusern“ publiziert, um Krankenhäuser bei der schrittweisen Weiterentwicklung der eigenen Krankenhauslogistik zu unterstützen.

Werkzeuge zur digitalen Transformation

Die Autorinnen und Autoren stellen auch Werkzeuge zur digitalen Transformation der Krankenhauslogistik zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Digitalisierungslandkarten und die Modellierungssprache Value Stream Modelling and Notation (VSMN), welche zur Analyse und Gestaltung schlanker, digital-unterstützter Material- und Informationsflüsse dient. Das Buch erscheint voraussichtlich im ersten Halbjahr 2021 im Springer Gabler Verlag. Ausführliche Informationen über die Forschung stehen auf der Website des Projekts zur Verfügung.

Neben der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT, die das Projekt leitete, waren das Universitätsklinikum Augsburg, das Klinikum Bayreuth, die Technische Hochschule Ingolstadt und das auf IT-Lösungen für Krankenhäuser spezialisierte Software-Unternehmen POLAVIS als Konsortialpartner am Projekt beteiligt.

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  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik
  • FIT
  • Hospital 4.0
  • Henner Gimpel

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