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Klinikum Braunschweig testet Drohnentaxis

Das Klinikum Braunschweig ist über drei Standorte in der Stadt verteilt. Nun wird eine Machbarkeitsstudie zum Einsatz von Drohnen durchgeführt, um Versorgungsabläufe und Zeitaufwand zu optimieren.

Drohnen-Taxi Klinikum Braunschweig

Klinikum Braunschweig/Peter Sierigk

So könnte eine Drohne zukünftig von verschiedenen Klinikumsstandorten angesteuert werden.

Eine erhebliche Zeitersparnis und die damit verbundene verbesserte Patientenversorgung sind der Hintergrund und auch das Ziel der Machbarkeitsstudie zum Einsatz von Drohnen am Klinikum Braunschweig.

Das Klinikum ist in Braunschweig über drei Standorte verteilt. Das Hauptoperationszentrum befindet sich am Standort Salzdahlumer Straße, zwölf km vom Institut für Pathologie am Standort Celler Straße entfernt. Mit der Machbarkeitsstudie wird zurzeit der Einsatz von Drohnen zum Transport pathologischer Schnellschnitte zwischen den Operationssälen und der Pathologie während laufender Operationen angestrebt. Die Versorgungsabläufe zu optimieren und so die Versorgungsqualität für Patienten zu steigern, ist das primäre Ziel.

Verkürzung der Transportzeiten dank „Drohnentaxi“

Was der Einsatz von Drohnentaxis bewirken kann, lässt sich gut durch den in Deutschland üblichen Prozess zeigen: bei einer Tumor-Operation wissen die Ärzte während des Eingriffs oftmals nicht genau, ob das Gewebe gut- oder bösartig ist. Um diese Fragestellung zu klären, wird bisher mit dem Transporttaxi eine Tumorprobe in die Pathologie gebracht und dort durch einen Facharzt der Pathologie analysiert. Nach der Analyse wird dem Operateur das Ergebnis übermittelt, und diesem ist erst dann klar, ob weitergeschnitten werden muss oder nicht. „Die Operation mit dem narkotisierten Patienten läuft dabei weiter. Wenn diese halbe Stunde Wartezeit, die der Vorgang durchaus dauern kann, reduziert wird, ist das ein klarer Vorteil für den Patienten zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung sowie eine erhebliche Kostenersparnis“, sagte Klinikum-Geschäftsführer Dr. Andreas Goepfert.

Komplette Lungen sollen von A nach B transportiert werden

Eine Mindesttraglast von zwei Kilogramm soll die Drohne zukünftig von Standort zu Standort transportieren. „Für das Drohnentaxi sind auch Transporte für größere Präparate, wie Teile des Dickdarms, komplette Lungenflügel oder Schilddrüsen, vorgesehen. Große Präparate können zurzeit, trotz vorhandenem Schnellschnittlabor, nicht vor Ort präpariert werden, sodass diese durch Braunschweig gefahren werden müssen“, berichtete Dr. Ansgar Dellmann, Chefarzt der Pathologie.

Reduktion von CO2-Emissionen

Nicht zuletzt verfolgt das Projekt auch einen ökologischen Ansatz. Angesichts von teilweise über 50 wöchentlichen PKW-Fahrten für den Transport der Gewebeproben allein am Klinikum Braunschweig sind die CO2-Emissionen, die durch innerbetriebliche Transporte im medizinischen Bereich hervorgerufen werden, durchaus erheblich. Durch den Einsatz von Drohnen ließen sich die für den Transport der Gewebeproben anfallenden CO2-Emissionen deutlich reduzieren.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt soll das Klinikum während der Machbarkeitsstudie technisch beraten und bei der Erarbeitung eines möglichen Flugbetriebskonzepts unterstützen. In drei Arbeitspaketen werden mögliche Betreiber für den geplanten Drohnenservice identifiziert, eine technische Bewertung marktverfügbarer Drohnen durchgeführt und sichere, genehmigungsfähige Flugrouten für das Durchqueren der Stadt gesucht.

Bei einem erfolgreichen Einsatz von Drohnen sollen zeitnah weitere Krankenhäuser der Region angebunden werden.

  • Schlagwörter:
  • Drohnen
  • Krankenhauslogistik
  • Klinikum Braunschweig

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