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Effizienz

Kostenersparnis durch Drohnen in der Krankenhauslogistik?

Krankenhäuser müssen ihre Ausgaben immer im Blick behalten. Der Einsatz von Drohnen in der Transportlogistik könnte Einsparungen ermöglichen.

Logistikdrohne

Pixabay

Symbolfoto

Zurzeit gibt es noch keine wirtschaftlichen Transportmodelle. Dennoch besteht kein Zweifel daran, dass Blutkonserven und medizinisches Material durch autonomes Fliegen effizienter bewegt werden und so Menschen schneller die nötige Unterstützung erhalten können.  

Vorreiter in Sachen Drohnen: Ruanda

So wie in Ruanda. Seit 2016 ist Ruanda das erste Land mit dem am besten ausgebauten autonomen Drohnen-Transportsystem. Hier transportiert das amerikanische Technologie Start-up Zipline Blutkonserven und medizinisches Material quer durch das Land in entlegene Dörfer. Was in Ruanda bereits routiniert funktioniert, ist in Deutschland noch Zukunftsmusik. Hier gibt es einige rechtliche Hürden, die zu bewältigen sind. Neben dem Besitz eines Flugkunde-Ausweises muss der „Pilot“ einige Regeln beachten: Der ständige Sichtkontakt zwischen dem Piloten und der Drohne muss gewährleistet sein, die Flughöhe darf nicht auf mehr als 100 Meter aufsteigen und die Reiseroute darf nicht über Militärgelände oder über Wohn- und Naturschutzgebiete führen. Zudem sind Flughäfen in einem Umkreis von 1,5 Kilometern zu meiden und ein großer Abstand zu Krankenhäusern und Menschenansammlungen einzuhalten.  

Rückschlag in der Schweiz

Wie wichtig gerade der letzte Punkt ist, wurde erst im Juni dieses Jahres deutlich. In Zürich stürzte bereits zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres eine Transportdrohne nur 50 Meter entfernt von einer Gruppe spielender Kinder ab. Dies war ein Rückschlag für die Schweizer Post, die bis dahin in einer laufenden Testphase erfolgreich per Drohne Laborproben zwischen dem Universitäts-Krankenhaus und der 2,5 Kilometer entfernten Universität Irchel transportierte. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 3.000 erfolgreiche Testflüge absolviert und eine Zeitersparnis von 50 Prozent gegenüber dem Transport über die Straße erzielt worden. Gleichzeitig wurde die Umwelt geschont.  

Die aktuelle Situation in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es die Ambition, Transportdrohnen in die Krankenhauslogistik einzubinden. Bereits im Jahr 2015 erkannte ein Krankenhausmanager und Hobby-Drohnenpilot die möglichen Vorteile des Drohnentransports für Krankenhäuser. Sein politisches Engagement resultierte darin, dass die Politik 2017 die Drohnenverordnung verabschiedete und eine Ausnahmeregelung für den Einsatz in der Nähe von Krankenhäusern einräumte. Seit Dezember 2018 laufen die Testflüge mit zwei Drohnentypen.  

Würde ein Krankenhaus die größere Variante für den schnellen Transport von Blutkonserven anschaffen, so müsste mit einem Preis von ca. 60 000 Euro gerechnet werden, zuzüglich der drei bis vier Euro pro geflogenen Kilometer. Aus Mangel an Alternativen werden für diese Art von dringenden Transport häufig Krankenwagen eingesetzt – für ca. 300 Euro pro Fahrt. Manche Krankenwagenfahrer lehnen solche Fahrten ab, da sie gerade in Ballungszentren sehr oft im Stau stehen und damit nicht mehr frei für Blaulichtfahrten sind. In Berlin kann eine fünf Kilometer lange Fahrt zur Hauptverkehrszeit über eine Stunde dauern. Eine Drohne kann diese Strecke in rund zehn Minuten abfliegen. So ließe sich dem Patienten im Operationssaal schneller helfen und gleichzeitig die Krankenwagen freihalten für Patienten, die als Notfall ins Krankenhaus gebracht werden müssten.  

Kosten sparen – Ressourcen schonen

Durch den Drohnenflug können Kosten effektiv gespart, Menschen schneller geholfen und Umweltressourcen geschont werden. Vorausgesetzt, es herrscht die Bereitschaft dazu, in neue Gerätschaften und in die entsprechende Weiterbildung von Krankenhauspersonal zu Drohnenpiloten zu investieren.

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