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Medikation

Vorteile einer automatisierten Arzneimittellogistik

Mit technischen Lösungen wie Kommissionier- und Unit-Dose-Automaten lassen sich Personal- und Kostenaufwand im Bereich Arzneimittellogistik in Kliniken reduzieren und die Arzneimitteltherapiesicherheit für Patienten erhöhen.

Arzneimittel

AdobeStock / James Thew

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Mittlerweile stehen auch im Krankenhausbetrieb die Wirtschaftlichkeit und die Lukrativität häufig an vorderster Stelle und bestimmen immer mehr den Alltag. Demzufolge haben Krankenhäuser ein großes Interesse daran, ihre Medikalprodukte- und Pharmalogistik kostengünstiger zu gestalten. Es gibt jedoch auch noch einen weiteren Grund, warum die Einrichtungen ihre Arzneimittellogistik optimieren wollen: Die Medikation in Krankenhäusern bedeutet für Patienten nach wie vor eine große Risikoquelle. Falsche Beschriftungen oder missverständliche Präparatlisten haben teils gravierende Folgen. Angaben der Stiftung Patientensicherheit Schweiz zufolge lassen sich jährlich 20 000 Krankenhausaufenthalte auf Probleme in der Medikation zurückführen. Für Krankenhäuser entstehen dadurch erhebliche, ungeplante Zusatzkosten, unter anderem infolge notwendiger Gegentherapien sowie Liegezeitverlängerungen. In den USA werden mögliche Folgekosten von Medikationsirrtümern auf über 2 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Die Patientensicherheit im Fokus

Die Verordnung und das manuelle Stellen von Medikamenten für die Patienten haben einen großen Einfluss auf die Arzneimitteltherapiesicherheit. Auch aus diesem Grund bereiten sich immer mehr Apotheken darauf vor, auf eine Unit-Dose Versorgung für Arzneimittel umzustellen. Das bedeutet nicht nur für die Apotheken grundlegende Umstrukturierungen. In der Folge müssen sich auch entsprechende Prozesse auf den Pflegestationen und im Transportwesen verändern. Dieser nicht unerhebliche planerische und organisatorische Aufwand zahlt sich letzten Endes für die Sicherheit der Patienten aus: Durch eine automatisierte Arzneimittellogistik fällt das manuelle Stellen durch Pflegekräfte mehrheitlich weg. Zusätzliche Barcode-Prüfungen stellen sicher, dass keine falschen Medikamente durch Pflegekräfte verabreicht werden und machen es so möglich, lückenlos zu dokumentieren. Durch automatische Prozesse gewinnen Krankenschwestern und Pflegekräfte zudem wieder mehr Zeit für die Patienten.

Optimierung der Arzneimittellogistik mittels Unit-Dose-Verfahren

Apothekern und Logistikern stellt sich die Frage, auf welches System sie zukünftig umstellen wollen und ob Medikamente nicht mehr manuell kommissioniert und gestellt werden sollten. Eine (voll-)automatische Lösung bietet der Einsatz eines Kommissionierautomaten zum Kommissionieren der Arzneimittelpackungen. Dieser ist kombinierbar mit einem Unit-Dose-Automaten, mit dem patientenindividuelle Blister gestellt werden können. Diese Technik ermöglicht eine Feinverteilung der Arzneimittel in gewünschtem Verpackungsformat. Mittels einer Arzneimittelverordnungssoftware und einer elektronischen Patientenakte lässt sich in künftig das volle Potential eines Unit-Dose-Konzeptes ausschöpfen. Elektronische Versorgungsschränke ermöglichen darüber hinaus ein dezentrales Unit-Dose-System. Eine automatisierte Arzneimittellogistik bedeutet für Apotheken ein weiteres Plus: Durch den zentralen Einkauf und ein einheitliches Lager verringert sich der nicht unerhebliche Bedarf an Lagerplatz. Zudem wird so auf Pflegestationen infolge der automatisierten Arzneimittel-Logistik verhindert, dass Medikamente verworfen werden. Dies kann zu weiteren Einsparungen führen.

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