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Klinik Einkauf

Prospitalia Jahreskongress 2022Im Dialog liegt die Zukunft für Krankenhäuser

Auf dem Prospitalia Jahreskongress 2022, der pandemiebedingt in hybrider Form stattfand, tauschten sich 1 200 Teilnehmer über den Weg in die Zukunft der Krankenhäuser – und das nicht nur, aber hauptsächlich im Klinikeinkauf – aus.

Plenum beim Prospitalia-Jahreskongress
Prospitalia

Im Plenum am Nachmittag diskutierten Dr. Marcell Vollmer, Dr. Uwe Gretscher, Wolfgang van den Bergh, Oliver Martini und Bünyamin Saatci über die Herausforderungen des Gesundheitssystems 2022.

Die vergangenen zwei Jahre haben für deutsche Krankenhäuser eine permanente Abfolge von Herausforderungen bereit gehalten. Oft am Limit mit veralteter Technik ausgestattet und knappen Budgets vor Augen war die Versorgung der Patienten unter Corona-Bedingungen alles andere als einfach. Vor allem dann, wenn man bedenkt, dass die Pandemie selbst Branchen, die zuvor gut aufgestellt waren, stark gebeutelt hat. Für einen langfristigen Blick über den Tellerrand oder gar die notwendige Anpassung der Infrastruktur blieb den Krankenhäusern in der Krise nur wenig Zeit.

Digitale Industriemesse mit 45 Unternehmen

Dass der Weg in die Zukunft für der Krankenhäuser wesentlich reibungsloser verlaufen könnte – das haben die Themen gezeigt, die im Rahmen des Jahreskongresses der Einkaufsgemeinschaft Prospitalia Ende März in Frankfurt diskutiert wurden. Das Unternehmen versteht sich von jeher als Schrittmacher für die Krankenhäuser und sieht sich als Partner, der das Tagesgeschäft kennt, gleichzeitig aber den Blick über den Tellerrand beherrscht und mit innovativen Ideen zum Erfolg beitragen kann.

Deshalb sind die Kongresse des Unternehmens – pandemiebedingt in diesem Jahr erneut in Hybridform – stets bestens besucht und für alle Besucher gleichermaßen informativ und aufschlussreich. Rund 1 200 Kunden und Vertreter der Industrie sorgten in diesem Jahr für virtuellen Andrang bei den Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden. Auf einer digitalen Industriemesse präsentierten sich gleichzeitig 45 Unternehmen mit Produkten und Dienstleistungen.

Klar wurde an beiden Tagen: Die Branche ist sich des notwendigen Aufbruchs durchaus bewusst. Corona mit allen damit verbundenen Herausforderungen in den vergangenen beiden Jahren hat Spuren im Krankenhaus hinterlassen. Ebenso der Umstand, dass auch schon zuvor die Welt der stationären Versorgung nicht in Ordnung war und man nun erneut bemerkt, dass die alten Probleme sehr wohl die Neuen sind – ergänzt um weitere Herausforderungen nach zwei Jahren Ausnahmezustand. Personalsorgen etwa sind kein neues Phänomen, fehlende beziehungsweise veraltete technische Ausstattung, mangelnde Versorgungssicherheit bei hochkomplexen Produkten oder ein ausbaufähiges Kostenmanagement – alles schon da gewesen, aber heute präsenter denn je. Neu dagegen sind Herausforderungen, die spröde oder unvermittelt abreißende Lieferketten mit sich bringen.

Der Einkauf im Mittelpunkt

Dem Einkauf kommt bei allen Themen eine zentrale Bedeutung zu. Das wurde bei vielen Diskussionen während des Kongresses immer wieder bekräftigt. Denn längst geht es ja nicht mehr nur um die Nachkommastelle bei den Preisverhandlungen. Weil die Lieferketten fragiler geworden oder inzwischen auch einmal abreißen, bedarf es langfristiger Planungen, der rechtzeitigen Suche nach Alternativen und einem noch genaueren Überblick über die Verbräuche und die Optimierungsmöglichkeiten. Es wird nötig sein, resilienter zu werden und auf Probleme mit robusten Maßnahmen zu reagieren. Hier sieht die Prospitalia das Cockpit, eine Softwarelösung, die unter anderem ein effizientes Datenmanagement ermöglicht, im Zentrum eines Einkaufs, der künftig nicht mehr nur dem Namen nach, sondern tatsächlich strategisch sein muss. Denn nur wenn dem Einkäufer alle Daten zentral gesammelt vorliegen, kann er die richtigen Entscheidungen für sein Unternehmen treffen. Viele Verbräuche kommen im Jahresverlauf nicht überraschend, andere Produkte lassen sich länger einlagern und viele weitere sind ist in passgenaueren Mengen auch noch lange genug vorrätig.

Das Anforderungsprofil des Einkaufs wird sich verändern, noch planvoller muss er werden und eher lang- als kurzfristiger sollte er denken. Genau hier zeigte sich auch eine Stärke des Prospitalia-Kongresses: Weil man sich einerseits grundsätzlich über verschiedene Themen informieren konnte, gleichzeitig aber die Möglichkeit hatte, tiefer in Bereiche wie etwa das Cockpit mit seinen vielfältigen Möglichkeiten für die künftige Arbeit einzutauchen, präsentierte sich die Tagung an beiden Veranstaltungstagen vielfältig und zielführend.

Weiteres zentrales Zukunftsthema auf dem Kongress: Nachhaltigkeit. Wenngleich die damit eng verbundene Energiedebatte schon länger schwelt – durch den Angriffskrieg in der Ukraine hat sie noch einmal schlagartig einen Sprung gemacht und gewinnt angesichts der Kosten an massiver Bedeutung. Deutlich wurde in Frankfurt aber auch, dass sich Krankenhäuser grundsätzlich für Themen der Nachhaltigkeit öffnen müssen. Das fängt bei vermeintlich kleinen Recycling-Maßnahmen an und endet bei der Frage, wie die CO2-Bilanz der beschafften Medizinprodukte samt ihrer Verpackungsmaterialien aussehen. Hier ist sich die Industrie ihrer Verantwortung bewusst und es wird spannend sein, die Entwicklungen zu beobachten. Erstmals hatte die Prospitalia deshalb auch sogenannte „Quick-Fire-Präsentationen“ angeboten, die es Krankenhäusern und Industriepartnern ermöglichten, Best Cases zur Nachhaltigkeit vorzustellen. Das stieß bei den Teilnehmern auf positive Resonanz und es wird spannend sein zu sehen, welche Projekte in Zukunft angestoßen werden.

Stärkere Vernetzung notwendig

Kein Weg vorbei führte auf dem Kongress auch an der Digitalisierung, die nicht nur durch das KHZG einen massiven Schub erleben wird. Denn „einfach digitaler werden“ ist ja nicht die Lösung – eine stärkere Vernetzung innerhalb des Krankenhauses sowie zwischen den relevanten „Systemteilnehmern“, die damit verbundenen Synergien und ein geplantes Vorgehen im Hinblick auf die stärkere Ambulantisierung des Gesundheitswesens bieten Chancen, Versorgung und Versorgungsqualität weiter zu steigern. Und natürlich die Kosten zu senken. Die Branche steht hier vor tiefgreifenden Veränderungen, die mittelfristig neue Formen der Versorgung hervorbringen werden. Globale digitale Trends, die insbesondere in der Keynote des Kongresses präsentiert wurden und weithin Beachtung in den danach folgen- den Diskussionen fanden, werden hier sicher massiven Einfluss haben.

Auch dabei sind die Häuser nicht alleine – Prospitalia bietet innerhalb des Unternehmens und über die gesamte Gruppe hinweg vielfältige Möglichkeiten, wie die Beratung und die Umsetzung innovativer Ideen aussehen können. Die Perspektiven sind Dank KHZG und eines sich ändernden Mindsets durchweg positiv und auch wenn es natürlich immer mal stärkere Beharrungskräfte geben wird – die rasche Entwicklung der vergangenen Jahre (exemplarisch genannt sei die Möglichkeit zur Videosprechstunde) wird, darin waren sich die Experten einig, nicht an Schwung verlieren.

Einkauf ist die Schnittstelle

Die Tendenz hin zu einer stärkeren Zusammenarbeit in regionalen Verbünden wird die Entwicklung innerhalb der Branche zudem beschleunigen. Der Einkauf ist und bleibt dabei ein zentrales Element des Krankenhauses, weil es in seiner Hand liegt, den Betrieb der Einrichtung sicherzustellen. Er hat es mit Themen wie der Verknappung von Gütern, Lieferengpässen und allen Fragen rund um die Qualität der Produkte zu tun. Er hat Schnittstellen zu allen Bereichen des Krankenhauses und er kann Einsparungen generieren, die zum wirtschaftlichen Erfolg des Hauses beitragen.

Der Kongress machte zudem deutlich, dass die Zeit der Einzelkämpfer zu Ende gegangen ist und Kooperationen zwischen Häusern und Industrie – unterstützt von einem starken Dienstleister wie der Prospitalia – an Bedeutung gewinnen. Angefangen beim gemeinsamen Erfahrungsaustausch über verbindliche Kooperationen beim Wareneinkauf bis hin zu Analyse und Optimierung bestehender Prozesse können starke Partner zum Erfolg beitragen. Denn klar ist auch: Im Dialog liegt die Zukunft und die Prospitalia wird den Wandel aktiv mitgestalten.

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