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Nach AvP-Insolvenz

Immer mehr Krankenhausapotheken setzen auf Noventi

Das Unternehmen Noventi ist im Herbst 2020 in das Klinikapothekengeschäft eingestiegen. Inzwischen betreut der Konzern große Kliniken wie die Charité und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Apotheke

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Symbolfoto

Im Herbst vergangenen Jahres stieg Noventi in das Krankenhausapothekengeschäft ein. Damit sprang das apothekereigene Unternehmen in die Lücke, die durch die Insolvenz des Apothekenrechenzentrums (AvP) entstand. Inzwischen betreut Noventi eine stetig wachsende Zahl von Krankenhausapotheken in Deutschland - darunter große Universitätskliniken wie die Charité, das UKE oder die Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Dr. Hermann Sommer, Vorstandsvorsitzender der Noventi Health, beschreibt die Situation nach der AvP-Insolvenz: „Viele Krankenhausapotheken standen plötzlich ohne Zahlungen da. Das galt sowohl für Forderungen kleinerer Kliniken im sechsstelligen Bereich als auch für hohe Millionen Beträge seitens der Unikliniken.“ Alles habe sehr schnell gehen müssen, denn die fehlende Liquidität hätte schlimmsten Falles den Betrieb der Krankenhäuser und damit auch die Krankenversorgung in den betroffenen Häusern und Regionen gefährden können.

Abrechnungssoftware ApoFakt übernommen

„Ein solcher Super-GAU wie die AvP-Insolvenz darf sich nicht wiederholen“, betont Dr. Sommer. Daher sei es sinnvoll, dass der Bereich der Rezeptabrechnung nun stärker in den Blick der Aufsichtsbehörden wie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gerückt sei. „Eine funktionierende Corporate Governance ist entscheidend“, betont auch Dr. Matthias Leclerc, Mitglied der Geschäftsleitung bei Noventi HealthCare.

Darüber hinaus brauche man stabile und transparente Verarbeitungs- und Steuerungsprozesse. Diese seien unter anderem mit Blick auf die Abrechnungssoftware ApoFakt besonders wichtig, die Noventi von der AvP übernommen habe. „Dabei hat Leistung ihren Preis. Wir haben leider festgestellt, dass die AvP Dumping-Preisen zugestimmt hatte, die nicht kostendeckend gewesen sein können.“

Neue Zahlungsmodelle geplant

Aus der Krise heraus hat sich auch Gutes entwickelt: „Viele Krankenhäuser verstehen jetzt ihre Risiken besser“, erläutert Dr. Sommer. „Klinikgeschäftsführer haben die Bedeutung der Rezeptabrechnung für die Liquidität ihres Hauses erkannt und das Thema zur Chefsache erklärt.“ Das habe den Weg frei gemacht, um neue Zahlungsmodelle zu entwickeln. Ein Beispiel dafür ist die Direktabrechnung, die man nun in einigen Häusern im Rahmen eines Pilotprojektes testen wird. Dabei zahlt der Kostenträger ohne Umwege auf das Klinikkonto ein und Noventi übernimmt das Forderungsmanagement.

„Ein verlässlicher Abrechner braucht neben Kapitalstärke auch technologisches Knowhow“, betont Dr. Leclerc. Das sei zum Beispiel gefragt, wenn man neue Lösungen wie das eRezept einführen wolle. Noventi sei dabei, hier etwas vorzubereiten, das sogar ohne Telematik-Infrastruktur für die Kliniken funktionieren werde. Dabei werde das Unternehmen auch durch das Knowhow des ehemaligen AvP-Teams unterstützt. Zudem stehe das Thema Sicherheit in dieser Hinsicht an allererster Stelle.

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