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Ex-VorstandsvorsitzenderB. Braun nimmt Abschied von Michael Ungethüm

Der langjährige Vorstandsvorsitzende der Aesculap AG und ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der heutigen B. Braun SE, Prof. Dr. Michael Ungethüm, ist Anfang August verstorben.

Dr. Michael Ungethüm
B. Braun

Trauer um den verstorbenen Dr. Michael Ungethüm.

19 Jahre lang war er Vorstandsvorsitzender der Aesculap AG, nun ist Prof. Dr. Michael Ungethüm gestorben. Laut Unternehmensangaben hat er die Chirurgie-Sparte Aesculap über Jahrzehnte geprägt und die Integration in den B. Braun-Konzern maßgeblich vorangetrieben. Ungethüm begleitete das Medizintechnik-Unternehmen in neue Felder wie dem der Endoprothesen. Der Dienstleistungssektor wurde mit ihm ausgebaut und die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft intensiviert.

Ungethüm trat 1977 in die Aesculap AG ein. Unter seiner Ägide kletterte der Umsatz um das 20-fache. Mehr als drei Jahrzehnte leitete er die Geschicke des Unternehmens. „Prof. Michael Ungethüms beispielhafter Einsatz für die Fortentwicklung unserer chirurgischen Produktpalette hat segensreich in das große Feld der medizinischen Chirurgie gewirkt. Er war Unternehmer mit Herz und Seele, mit großer sozialer Einstellung. Er bleibt vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unvergessen.“, sagt der frühere Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzende von B. Braun, Prof. Ludwig Georg Braun.

Dr. Jens Lackum würdigte Dr. Ungethüms Bemühungen um Innovationen in der Neurochirurgie, der Orthopädie oder der Wirbelsäulentechnologie. Als Wissenschaftler und Medizintechnik-Experte hat Ungethüm besonders die Förderung von Forscherinnen und Forschern auf dem Gebiet der Medizintechnik forciert. Mit der gemeinnützigen Ungethüm-Aesculap Stiftung unterstrich er seit August 2003 diese Förderung.

1943 in München geboren, holte er nach einer Lehre als Maschinenschlosser die Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg nach und hängte ein Studium Betriebswirtschaft und Maschinenbau an. 1976 folgte die Promotion zum Dr.-Ing. an der Technischen Hochschule Aachen, ein Jahr später die Habilitation an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Nach mehreren Jahren als Leiter des biomechanischen Labors an der Orthopädischen Klinik und Poliklinik der LMU trat er 1977 als Verantwortlicher für den Bereich Forschung und Entwicklung in die Aesculap AG in Tuttlingen ein und wurde 1979 zum ordentlichen Vorstandsmitglied berufen. 1983 wurde er zum Sprecher des Vorstands, ein Jahr später zum außerplanmäßigen Professor an der LMU ernannt.

Im Jahr 1990 übernahm Ungethüm schließlich den Vorstandsvorsitz der Aesculap AG. Seit 2000 war er stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der B. Braun Melsungen AG. Im Jahr 2009 trat er in den Ruhestand ein. Er hielt zahlreiche Mandate in Bereichen der Wirtschaft, Forschung, Kunst und Kultur und bekam im Jahr 2000 die Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät der Freien Universität Berlin verliehen. Seit 2014 trug er das Große Bundesverdienstkreuz.

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