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55 Milliarden Euro Marktvolumen ESG treibt Wachstum bei Facility Services

Das Marktvolumen für Facility Services in Deutschland ist im Jahr 2021 auf 55 Milliarden Euro angestiegen. Das zeigt eine aktuelle Lünendonk-Studie. Das Vor-Corona-Niveau ist damit noch nicht ereicht, und der Ausblick ist durchwachsen.

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Der Studie „Facility-Service-Unternehmen in Deutschland“ zufolge legte das Marktvolumen für Facility Services im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent auf 55 Milliarden Euro zu. Damit ist es nach dem Corona-bedingten erstmaligen Rückgang auf 54 Milliarden Euro im Jahr 2020 wieder gewachsen, doch das Vor-Krisen-Niveau von 55,4 Milliarden Euro wurde noch nicht wieder erreicht. Primar liege das an den auch im zweiten Corona-Jahr noch zu verzeichnenden Einschränkungen und der postzyklischen Marktentwicklung, teilten die Marktforscher von Lünendonk & Hossenfelder mit.

Zurückhaltung bei Investitionen

In die 19. Auflage der Lünendonk-Studie „Facility-Service-Unternehmen in Deutschland“ wurden 62 Dienstleister einbezogen. Diese erwirtschafteten im vergangenen Jahr 28,4 Prozent des von Lünendonk berechneten Marktvolumens in Höhe von 55 Milliarden Euro. Treiber für das Wachstum waren die weniger strikten Einschränkungen beim Betrieb von Gewerbeimmobilien, Corona-bedingte Zusatzleistungen wie höhere Reinigungsintervalle und die Preisentwicklung. Dämpfend wirkte sich der fortgesetzte Nachfrageeinbruch bei Catering- und Eventservices aus, heißt es in der Mitteilung.

Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2022 ist jedoch durchwachsen: Auf der einen Seite gewinne das Facility Management im Zuge der ESG-Berichtspflichten (Environmental Social Governance) und des Bedarfs an einem nachhaltigeren Betrieb von Gewerbeimmobilien deutlich an Bedeutung. Auf der anderen Seite zeigten viele Auftraggeber angesichts der Unsicherheiten sowie der angestiegenen Inflation sowie des Kriegs gegen die Ukraine Zurückhaltung bei Investitionen.

ESG bei Gewerbeimmobilien auf Facility Management angewiesen

Immobilieninvestoren und -fonds sind durch die EU-Regulierung zur unternehmerischen Verantwortung (Corporate Social Responsibility, EU-Taxonomie, ESG) verpflichtet, Daten unter anderem zur Nachhaltigkeit der eigenen unternehmerischen Aktivität zu erheben und zu veröffentlichen. Dies gilt und betrifft auch und insbesondere Investoren und deren Portfolio-Immobilien. Die Facility-Service-Unternehmen sehen ihren Beitrag zu den Reporting- und Maßnahmenzielen sowohl in der Bereitstellung der Ist-Daten als auch in der Beratung zu Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit sowie in deren Umsetzung.

Ein besonders hohes Potenzial sehen die Unternehmen dabei in den Gewerken Energiemanagement, Optimierung der Gebäudeautomation sowie der Gebäudetechnik. Unter den infrastrukturellen Services sehen die Dienstleister das größte Einflusspotenzial in der Gebäudereinigung sowie bei Catering-Services.

Marktentwicklung begünstigt integrierte Services

Die Dekarbonisierung der Gewerbeimmobilien in Deutschland und die Corona-bedingt beschleunigte Nutzungsveränderung stellen Betreiber vor einen größeren Transformationsbedarf. Um die zunehmende Komplexität des Immobilienbetriebs in den Griff zu bekommen, bündeln insbesondere größere Auftraggeber Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten im Facility Management. Vor allem führende Dienstleister reagieren hierauf mit einer Ausweitung des Leistungsangebots und des Service Managements.

„Die aktuelle Marktentwicklung begünstigt integrierte Dienstleister, die komplexe Service-Management-Prozesse abbilden können – zunehmend auch länderübergreifend. Digitalisierung ist dabei nicht mehr nur ‚nice to have‘, sondern essenzieller Bestandteil eines effektiven Managements“, sagt Lünendonk-Partner Thomas Ball: „Der große Bedarf an Facility Services wird daher nicht zu einem Bedeutungsverlust einzelner Unternehmen oder Gruppen, sondern verstärkt zu einer Segmentierung in Gewerke- und Managementspezialisten führen.“

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