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„Initiative MedTech 2030“

BVMed legt Positionspapier zur Bundestagswahl 2021 vor

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) fordert in einem Positionspapier zur Bundestagswahl 2021 eine Gesamtstrategie für die MedTech-Branche. Ziel ist eine bessere Verzahnung mit Gesundheit, Wirtschaft und Forschung.

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Robert Knesche/stock.adobe.com

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Mit einem 12-Punkte-Positionspapier fordert der BVMed die Politik zur Bundestagswahl 2021 dazu auf, die Medizintechnik-Branche künftig stärker mit der Gesundheits-, Wirtschafts- und Forschungspolitik zu verzahnen. „Hierzu schlagen wir eine ‚Initiative MedTech 2030‘ vor“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. 

In dem Positionspapier wird unter anderem bemängelt, dass Beitrag und Bedürfnisse der MedTech-Branche insbesondere von der Wirtschafts- und Forschungspolitik nur ausschnittsweise wahrgenommen werden. Daher brauche es die neue Gesamtstrategie. Dabei gehe es auch darum, sich stärker an kompletten Versorgungsprozessen zu orientieren, Bürokratie abzubauen und digitale Dienstleistungen sowie telemedizinische und KI-basierte Systeme voranzubringen.

Zugang zu elektronischen Gesundheitsdaten

Ein Hauptaugenmerk des strategischen Prozesses muss nach Ansicht des BVMed auf der Stärkung der mittelständischen Struktur der Medizinprodukte-Industrie liegen. Die MedTech-Branche beschäftigt in Deutschland mehr als 235 000 Menschen und ist zu mehr als 90 Prozent mittelständisch geprägt.

Um die Rahmenbedingungen für die Forschung in Deutschland zu verbessern, spricht sich der Verband dafür aus, dass jedes Unternehmen 10 Prozent seiner eigenfinanzierten F&E-Aufwendungen von seiner Steuerschuld abziehen kann („Tax Credit“). Deutschland brauche zudem eine stärkere anwendungsorientierte Medizintechnik-Forschung.

Schlüssel für ein positives Innovations- und Investitionsklima in Deutschland sei, eine übergeordnete Digitalstrategie für die Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Maßgeblicher Bestandteil dieser Strategie solle die Nutzung und Zurverfügungstellung von elektronischen Gesundheitsdaten, die Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten, ein projektbezogenes Antragsrecht für forschende Unternehmen zum Forschungsdatenraum und die Vereinheitlichung der Datenschutzregelungen in den Bundesländern sein.

Finanzierungssystem der Kliniken reformieren

Im stationären Bereich spricht sich der BVMed für eine umfassende Reform der Krankenhausfinanzierung aus. Das Fallpauschalensystem sollte dabei beibehalten werden. Eine DRG-Zukunftskommission sollte eingerichtet und die MedTech-Branche einbezogen werden, fordert der Verband. Ein zukünftiges Finanzierungssystem müsste insbesondere qualitätsorientierte Versorgungsprozesse berücksichtigen. Die Reform sollte zudem Abrechnungsbestimmungen vereinfachen und Vorgaben zur Mengensteuerung abschaffen.

Im ambulanten Bereich seien neue Qualitätskonzepte in der Hilfsmittelversorgung nötig. Dafür müsse ein bundeseinheitliches Qualitätscontrolling durch die Krankenkassen eingeführt werden. Zudem solle Homecare im SGB V verankert und der Versorgungsanspruch auf Homecare-Versorgung definiert werden. 

Das ausführliche Positionspapier des BVMed kann auf der Internetseite des Verbands heruntergeladen werden.

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