
Das Universitätsklinikum Augsburg (UKA) hat zwei Verträge in Millionenhöhe mit den Stadtwerken Augsburg abgeschlossen. Dabei geht es darum, die Energieversorgung zukunftsfähig und robust gegen Krisen aufzustellen. Der erste Vertrag solle die Lieferung mit Erdgas, der zweite die Stromversorgung regeln.
Das Universitätsklinikum mit seinen knapp 1700 Betten, 23 Kliniken, mehreren Instituten und zahlreichen Hochschulambulanzen verbraucht im Jahr 38 Millionen Kilowattstunden. Zum groben Vergleich: Ein Einfamilienhaus benötigt im gleichen Zeitraum ca. 3000 Kilowattstunden. Beim Erdgas, das hauptsächlich zur Dampferzeugung verwendet wird, verhält es sich etwas anders: Hier beläuft sich der Verbrauch des UKA auf ungefähr 13 Millionen Kilowattstunden. Damit wird beispielsweise die Zentrale Sterilgutversorgung beliefert, aber auch die Großküche des UKA, die jährlich knapp 1,4 Millionen Essen an Patienten und Mitarbeitende an drei Standorten ausgibt, wird mit Dampf und damit Erdgas betrieben.
Wo kommt der hohe Stromverbrauch her?
An an erster Stelle sorgen die Be- und Entlüftung und die Beleuchtung vor allem im Winter sowie die Kältemaschinen im Sommer für den hohen Stromverbrauch, sowie die medizinischen Großgeräte wie Computertomographen oder die besonders strahlungsarmen PET-CT, die eher durch Spitzen- als durch Dauerverbrauch auffallen. Größter Stromverbraucher in einem Krankenhaus der Maximalversorgung ist jedoch die Lüftung. Das UKA stellt sie über sehr große Ventilatoren sicher. Sie gehören zum wichtigsten Bestandteil eines OP-Saales, da sie den Bereich um die Lafette bis zu 99, 9 Prozent keimfrei halten.
Um das aus den 1980er Jahren stammende Gebäude zu beheizen, setzt das UKA Fernwärme ein. Dabei unterstützt auch das 2008 am UKA in Betrieb genommene Hackschnitzelheizkraftwerk. Bei der Fernwärme entlastet die Uniklinik die Stadtwerke zu winterlichen Spitzenzeiten wie im Moment gerade. „In dem wir unsere Dampfkessel hochfahren, unterbrechen wir die Fernwärmezufuhr seitens der Stadtwerke“, erläutert Peter Stalitza, Bereichsleiter Technik und Bau am UKA. „Die Wärme für unser Haus kommt dann von unserem Dampfkessel - eine Win-Win-Situation für beide Unternehmen.“ Auch die Wasserversorgung sei vertraglich mit den Stadtwerken Augsburg geregelt. „Bei einem Blackout würden wir priorisiert beliefert, da wir zur kritischen Infrastruktur wie Polizei oder Feuerwehr gehören.“
Gesellschaft soll Schwachstellen identifizieren
Das UKA hat außerdem eine Gesellschaft beauftragt, ein Energiekonzept zu erstellen, um Schwachstellen zu identifizieren und Ressourcen bestmöglich zu nutzen. Das Klinikum musste laut Kaufmännischem Direktor mit der Umstellung aller Leuchtmittel auf LED erst mal tief in die Investitionstasche greifen. „Mit der Umstellung werden wir einen deutlichen Einspareffekt erzielen, der sich innerhalb von drei Jahren gegenrechnen lässt“, erklärt Bungarten. Auch die Absenkung der Temperatur auf 19 Grad Celsius in den patientenfernen Bereichen mache sich bereits bemerkbar.
„Druckluft-Leckagen im Rohrleitungssystem, das bis in die medizinischen Bereiche hineingeht, wurden identifiziert und beseitigt“, ergänzt Stalitza. „Außerdem haben wir die Betriebszeiten bei den Lüftungsanlagen angepasst.“ Hygienisch nicht ganz einfach zu lösen ist die Verringerung der Laufzeiten der Nachtlüftung im OP. Aber auch dieses Projekt steht kurz vor der energiesparenden Umsetzung.




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