Gehaltsreport 2022Was verdienen Fach- und Führungskräfte im Einkauf?

Gender-Pay-Gap, Ost-West-Unterschiede, Boni: Diese Gehaltsfaktoren hat die Kloepfel Group unter die Lupe genommen. Die Studie gibt einen umfassenden Einblick in eine vom Fachkräftemangel betroffene Branche, deren Bedeutung uns immer bewusster wird. 

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Die Kloepfel Group hat ihren jährlichen Einkäufer-Gehaltsreport 2022 veröffentlicht. Befragt wurden 1 500 Fach- und Führungskräfte der Branche. Das auf Einkauf und Lieferketten spezialisierte Unternehmen möchte damit erneut wesentliche Gehaltsfaktoren für Einkäufer, Supply Chain Manager und CPOs aufzeigen. Übergreifend lässt sich feststellen: Für die Berufsgruppe der Einkäufer scheint es viele gute Chancen zu geben. Denn es zeigt sich, dass spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie die Bedeutung des Einkaufs und gut funktionierender Lieferketten allen an der Wirtschaft Beteiligten erheblich bewusster geworden ist.

Mehr Dienstjahre bringen nicht automatisch mehr Gehalt

Der Bereich Pharma gehört neben Fahrzeugbau und Handel erneut zu den zahlungsstärksten Feldern. Die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sind jedoch in fast allen Bereichen nach wie vor erheblich. Als Projekteinkäufer verdienen Männer beispielsweise im Schnitt bis zu 25 Prozent mehr als Frauen. Lediglich als Chief Procurement Officer konnten Frauen eine höhere Summe auf ihrer Lohnabrechnung finden, als ihre männlichen Kollegen. Ebenfalls auffällig ist, dass die durchschnittlichen Gehälter im Osten des Landes niedriger sind als im Westen Deutschlands.

Ein weiterer Gehaltsfaktor scheinen Fortbildungen zu sein. In so gut wie allen Fällen der Untersuchung war das Gehalt im Vergleich höher, wenn Fortbildungen absolviert wurden. Gleiches gilt für Bildungsabschlüsse. Ein höherer Abschluss ermöglichte den Teilnehmenden jeweils einen Gehaltssprung. Dabei stellt die Untersuchung allerdings heraus: Mehr Dienstjahre bringen nicht automatisch mehr Gehalt. Besonders in den ersten Berufsjahren stehen die Chancen für Gehaltssteigerungen noch gut. Später, ab etwa 25 Jahren Berufserfahrung, sinkt in einigen Positionen die Wahrscheinlichkeit auf mehr Gehalt. 

Nur Führungskräfte erhalten Firmenwagen  

Zahlreiche der befragten Fach- und Führungskräfte erhalten neben dem Gehalt auch Nettolohnkomponenten. Dazu zählen der Firmenwagen, eine Essenspauschale oder die Kostenübernahme für Kinderbetreuung, Gesundheitsförderung sowie den Internetanschluss. Teilnehmende in Führungspositionen erhalten hierbei am häufigsten den Firmenwagen. Andere Mitarbeitende bekamen im Vergleich Zugang zu E-Bikes, einem Jobticket oder Kosten zur Gesundheitsförderung erstattet.

Wie die Umfrage zeigt, sind auch in diesem Jahr noch einige deutsche Unternehmen aus Sicht des Einkaufs von der Coronakrise betroffen. Es hat sich im Vergleich zum letzten Jahr sogar eine leichte Verschiebung hin zu einer stärkeren Betroffenheit ergeben. Insgesamt gaben 77 Prozent der Befragten an, keinen Gehaltsverlust erlitten zu haben. Es fällt auf, dass Chief Procurement Officer mit 33 Prozent und operative Einkäufer mit 30 Prozent am häufigsten Gehaltsverluste nennen.

Gehälter im Detail

Chief Procurement Officer verdienen der Erhebung zufolge mit durchschnittlich 131 481 Euro pro Jahr generell am meisten. Einkaufsleiter erhalten laut Kloepfel im Schnitt 101 557 Euro pro Jahr. Lead Buyer oder auch Commodity Manager finden im Durchschnitt 93 375 Euro auf ihrer Lohnabrechnung, so die Studienergebnisse. Supply Chain Manager verdienen nach Umfrageergebnissen 89 412 Euro pro Jahr. Projekteinkäufer  bekommen im Schnitt 74 391 Euro, so Kloepfel. 

Strategische Einkäufer verdienen rund 74 275 Euro im Jahr, wie die Erhebung angibt. Operative Einkäufer hingegen liegen mit durchschnittlich 53 520 Euro deutlich niedriger. Auch in diesem Jahr zeigt sich wieder, dass Mitarbeiter fast aller Positionen im indirekten Einkauf höhere Gehälter beziehen. Nur Supply Chain Manager gaben an, im direkten Einkauf etwas mehr zu verdienen als im indirekten Einkauf. 

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