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Verantwortliches LieferkettenmanagementEU-Sorgfaltspflichtengesetz laut TÜV-Verband überfällig

Der TÜV hält ein EU-Sorgfaltspflichtengesetz für dringend notwendig und begrüßt die Pläne der EU-Kommission. Er fordert zur zügigen Verabschiedung und Überprüfung der Einhaltung auf.

TÜV Rheinland Konzernzentrale Köln
TUEV Rheinland

Konzernzentrale des TÜV Rheinland in Köln.

Die Pläne der EU-Kommission, Anforderungen für ein verantwortliches Management von Lieferketten für in der EU tätige Unternehmen verbindlich zu machen, stoßen beim TÜV-Verband auf Zuspruch. „Ein europäisches Sorgfaltspflichtengesetz, das neben Arbeits- und Menschenrechten auch umwelt- und klimabezogene Sorgfaltspflichten umfasst, ist längst überfällig“, sagt Juliane Petrich, Referentin für Politik und Nachhaltigkeit. „Es sollten jedoch nicht nur Anforderungen gestellt, sondern deren Einhaltung auch konsequent überprüft werden.“

78 Prozent sind für die Überprüfung von Sorgfaltspflichten

Der TÜV-Verband begrüßt daher ausdrücklich, dass der EU-Gesetzesvorschlag unabhängigen Dritten eine wichtige Rolle zuweist. Petrich: „Audits und Zertifizierungen sind der Schlüssel für den Erfolg des Sorgfaltspflichtengesetzes. Sie schaffen das notwendige Vertrauen in die Aussagen der einzelnen Glieder der Lieferkette, unterstützen damit Unternehmen und Behörden und erhöhen die Transparenz für die Verbraucher*innen.“

Laut einer TÜV-Studie sehen 83 Prozent der deutschen Unternehmen ab 25 Mitarbeitenden die Entwicklung allgemeingültiger Standards für Sorgfaltspflichten und 73 Prozent die Schaffung einheitlicher Wettbewerbsbedingungen als wichtigste Vorteile eines Lieferkettengesetzes. Und 78 Prozent geben an, dass die Einhaltung von Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette von unabhängigen Stellen überprüft werden sollte. Die EU-Kommission hat im Frühjahr ihren lang erwarteten Gesetzentwurf für die sogenannte Corporate Sustainability Due Diligence vorgelegt, den der TÜV-Verband jetzt in einer Stellungnahme ausführlich kommentiert hat.

Die Ergebnisse der TÜV-Befragung können hier eingesehen werden. 

Zügiges Gesetzgebungsverfahren für Planungssicherheit notwendig

Trotz der aktuellen Herausforderungen – verursacht durch die Folgen der Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg – ist der Zeitpunkt für ein europäisches Sorgfaltspflichtengesetz richtig. Jedes dritte befragte Unternehmen gebe an, in den vergangenen Jahren seine Lieferketten neu ausgerichtet zu haben, sagt Petrich. Der Ukraine-Krieg würde diesen Trend weiter verstärken. Unternehmen seien gut darin beraten, ihre bestehenden Lieferbeziehungen auf den Prüfstand zu stellen. Mit Blick auf die Zukunft müsse das Sorgfaltspflichtengesetz jetzt soziale und ökologische Standards setzen, die langfristig geeignet seien, Ungerechtigkeiten in den globalen Wirtschaftsbeziehungen zu minimieren, Rechte von Menschen in Produktionsländern zu stärken und die Umwelt- und Klimakrise einzudämmen.“

Um Unternehmen schnell Planungssicherheit zu ermöglichen, sollten sich das EU-Parlament und der EU-Ministerrat um ein zügiges Gesetzgebungsverfahren bemühen. Gleichfalls brauchen Unternehmen, insbesondere KMUs, finanzielle und politische Unterstützung während der Einführung des Gesetzes.

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