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ArzneimittellogistikUnit-Dose-Versorgung mit Blick auf die Nachhaltigkeit

Verpackungsabfall (Ökologie)

Zur Berechnung des anfallenden Verpackungsabfalls für Unit-Dose nach einer Beispielrechnung von Baehr dienen die Anzahl der vollstationären Patienten (33 688 Patienten pro Jahr), die durchschnittliche Verweildauer eines Patienten (6,9 Tage pro Patient) sowie die durchschnittlich bereitzustellende Arzneimittelanzahl (12 Arzneimittel pro Tag und Patient). Weiterhin findet die Betrachtung des Verpackungsabfalls unter Verwendung der Multi-Dose-Strategie statt (durchschnittlich 3 Arzneiformen pro Pouch [Schlauchbeutel]) und mit der Annahme, dass etwa 57 Prozent der Arzneimittel als Schüttware erhältlich sind.

Patientenkommunikation / Prozesstransparenz (Soziales)

Die Arzneimittelabgabe in der traditionellen Versorgung erfolgt mithilfe eines Dispensers, der einzelne Fächer für die einzunehmenden Medikamente enthält. Diese sind mit den jeweiligen Einnahmezeiträumen (Morgen, Mittag, Abend, Nacht) gekennzeichnet, sodass dem Patienten sehr wenige Informationen über die einzunehmenden Arzneimittel sowie deren korrekte Einnahme vorliegen. Aus dieser Gegebenheit können schnell Fehler bei der zeitlichen und anwendungstechnischen Einnahme auftreten. Die Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit wird hingegen durch die Unit-Dose-Versorgung aufgrund des transparenten Prozesses durch die Einbeziehung der Apothekerinnen und Apotheker in der Medikation sowie der automatischen Bereitstellung der Arzneimittel durch einen Automaten unterstützt. Auch werden durch den Aufdruck auf den Pouches in der Unit-Dose-Versorgung dem Patienten viele Informationen, zum Beispiel das einzunehmende Arzneimittel, deren Dosis sowie der korrekte Zeitpunkt und die Art der Einnahme, mitgeteilt. Aufgrund dieser Prozesstransparenz kann das Risiko hinsichtlich einer fehlerhaften Arzneimitteleinnahme minimiert werden.

Automatisierungsgrad (Ökonomie)

Der Hauptunterschied zwischen beiden Versorgungskonzepten ist der Automateneinsatz zur patientenindividuellen Verblisterung (Vereinzelung, Kommissionierung, Kontrolle) in der Unit-Dose-Versorgung. Während in der traditionellen Versorgung die Kommissionierung der Arzneipackungen, das Stellen der Arzneimittel in die Dispenser und die Kontrolle mitsamt den erforderlichen Prozessschritten manuell abläuft, geschieht die Kommissionierung, Bereitstellung und Kontrolle der patientenindividuellen Pouches in der Unit-Dose-Versorgung automatisch. Aus dem höheren Automatisierungsgrad resultiert ein geringerer Kommissionier-, Bereitstellungs- und Kontrollaufwand für die Mitarbeiter, sodass die Arzneimittelbereitstellung im Sinne der Prozesskosten effizienter erfolgt. Um eine prozentuale Aussage über eine mögliche Reduzierung der Prozesskosten für die zuvor genannten Prozessschritte nennen zu können, ist eine Betrachtung auf quantitativer Basis vorzunehmen.

Fazit

Die Umstellung von der traditionellen Versorgung auf die Unit-Dose-Versorgung kann als nachhaltig bewertet werden, jedoch können unterschiedliche Umsetzungsstrategien verfolgt werden, die individuell auf das Krankenhaus anzupassen sind. Somit sind bei einer Nachhaltigkeitsbewertung von sozialen, ökologischen und ökonomischen Kriterien je nach Krankenhaus unterschiedlich starke Ausprägungen zu erwarten.

Insgesamt ist der standardisierte und digitalisierte CLMM-Prozess zusammen mit Unit-Dose eine wichtige Basis für die Implementierung stabiler und nachhaltiger Prozesse im Krankenhaus und stellt einen weiteren Pfad auf dem Weg zum Green Hospital dar. Ebenso führt die Integration von Unit-Dose und CLMM zu einer transparenten Informationsweitergabe und dies wiederum zu einer gesteigerten Arzneimitteltherapiesicherheit.

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