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Fachkräftemangel und CoronaDialysetochter FMC drückt Fresenius' Gewinne

Die Probleme bei Fresenius Medical Care (FMC) trüben die Geschäftsentwicklung bei Fresenius. Es wird erwartet, dass der verschärfte Personalmangel in den USA zu Kapazitätsengpässen bei Gesundheitsdienstleistungen führen dürfte.

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Die schlechten Nachrichten für Deutschlands größten Krankenhausbetreiber Fresenius reißen nicht ab. Nachdem wegen einer Corona-Infektion viele Nierenpatienten sterben und das die wirtschaftliche Situation vn FMC beeinträchtigt, hakt es nun beim Personal in Nordamerika. On top kämen steigende Löhne und Materialkosten sowie Störungen in der Lieferkette teilten FMC und Fresenius mit, sodass die mittelfristigen Ziele nicht mehr zu halten seien. Personalknappheit, Fluktuation und die zunehmende Abhängigkeit von Leiharbeitskräften hätten die Kosten massiv ansteigen lassen. FMC senkte daher seine Prognosen für dieses Jahr und erwartet nun einen Gewinnrückgang im hohen Zehn-Prozent-Bereich. Auch das Umsatzwachstum soll schwächer ausfallen.

Mittelfristige Ziele unerreichbar

Auch die Fresenius könne sich den Problemen nicht entziehen, so Vorstandschef Stephan Sturm. Die Konzernmutter erwartet für dieses Jahr nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das mittelfristige Gewinnziel sei wegen der Ungewissheiten im Zusammenhang mit dem US-Arbeitsmarkt sowie dem inflationären Umfeld nicht mehr realisierbar. Auch FMC zog die Ziele bis 2025 zurück. Es wurde verkündet, dass die neue FMC-Chefin Carla Kriwet mit dem 1. Oktober 2022 früher als geplant startet.

Fresenius und FMC legten zudem vorläufige Zahlen für das zweite Quartal vor. So stieg der Umsatz von Fresenius zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf gut 10 Milliarden Euro. Unterm Strich verblieben mit 450 Millionen Euro fünf Prozent weniger Gewinn. Bei FMC stieg der Umsatz um zehn Prozent auf 4,75 Milliarden Euro. Der Gewinn brach um ein Drittel ein.

Prognose angepasst

Die Prognosen für die übrigen Konzernteile – Kabi, Helios und Vamed – wurden bekräftigt. Fresenius präzisiert sein mittelfristiges Konzernumsatzziel und erwartet für den Zeitraum 2020 bis 2023 ein organisches durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum am unteren Ende der bisher erwarteten Bandbreite von vier bis sieben Prozent. Fresenius geht für das laufende Jahr weiter von belastenden Effekten durch die Covid-19-Pandemie aus. Eine mögliche, aus jetziger Sicht allerdings eher unwahrscheinliche Verschlechterung der Situation und damit einhergehende Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit wesentlichem und unmittelbarem Einfluss auf den Gesundheitssektor ohne eine angemessene Kompensation seien im Konzernausblick für das Geschäftsjahr 2022 nicht berücksichtigt. Ferner gelten die dem angepassten Ausblick von Fresenius Medical Care für das Geschäftsjahr 2022 zugrunde gelegten Annahmen auch vollumfänglich für den Ausblick des Fresenius-Konzern.

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