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BVMed-Herbstumfrage 2021

Medizintechnik-Branche erholt sich leicht

Die neue BVMed-Herbstumfrage zeigt wieder die aktuelle Lage der Medizintechnik-Branche in Deutschland. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 34 Milliarden Euro, die Exportquote bei 66 Prozent.

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Ergebnisse der BVMed-Herbstumfrage 2021

Die MedTech-Branche zeigt sich vom Corona-Krisenjahr 2020 leicht erholt. Nach einem Umsatzrückgang von 2,1 Prozent im Vorjahr erwartet die Branche 2021 in Deutschland ein Umsatzwachstum von 3,0 Prozent. Die Gewinnsituation ist jedoch durch gestiegene Rohstoff- und Logistikkosten stark angespannt. Dennoch bleibt die Branche ein Jobmotor, die Zahl der Arbeitsplätze steigt weiter.

Der mit Abstand größte Bremser der künftigen MedTech-Entwicklung bleibt die MDR. Die Unternehmen fordern vor allem eine vereinfachte Neuzertifizierung für bewährte Bestandsprodukte sowie Förderprogramme für KMU. Durch die Krise gewinnen die Themen Digitalisierung und Ambulantisierung weiter an Bedeutung. Dabei sehen die Unternehmen das größte Potenzial in Datenanalysen, Cloud-Technologien und KI. Die MedTech-Branche fordert dafür einen besseren Zugang zu Versorgungsdaten.

Wie ist die aktuelle Lage der Medizintechnik-Branche?

Der BVMed führte bei seinen Mitgliedsunternehmen im August und September 2021 die jährliche Online-Befragung mit insgesamt 25 Fragen durch. Von den angeschriebenen 240 Unternehmen haben sich 110 Unternehmen beteiligt, darunter vor allem die größeren Hersteller von Medizinprodukten aus Deutschland und den USA. Das ist eine Beteiligungsquote von 46 Prozent.

An der Herbstumfrage nahmen zu 71 Prozent Hersteller, zu 18 Prozent Handelsunternehmen, zu 6 Prozent Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger sowie zu 4 Prozent Zulieferer teil. Die Unternehmen, die sich beteiligten, haben ihren Hauptsitz zu 72 Prozent in Deutschland, zu 14 Prozent in den USA und zu 11 Prozent im europäischen Ausland.

Bei den von den Unternehmen vertretenen Produktbereichen handelt es sich um Implantate (43 Prozent), medizinische Geräte (31 Prozent), Verbandmittel (30 Prozent), Hilfsmittel (29 Prozent), OP-Produkte bzw. OP-Sets (28 Prozent), in der Coronakrise relevante Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel und Beatmungsprodukte (18 Prozent), Dienstleistungen bzw. Homecare-Versorgungen (16 Prozent), Sprechstunden- und Praxisbedarf (15 Prozent), digitale Medizinprodukte (11 Prozent) sowie Zulieferprodukte (5 Prozent).

Die wichtigsten Ergebnisse:

  1. Die Medizintechnik-Branche zeigt sich vom Corona-Krisenjahr 2020 mit den Lockdowns und starken Umsatzeinbrüchen leicht erholt. Nach einem Umsatzrückgang von 2,1 Prozent im Vorjahr erwartet die Branche in diesem Jahr in Deutschland ein Umsatzwachstum von 3,0 Prozent, weltweit von 3,1 Prozent. Die Gewinnsituation ist jedoch durch gestiegene Rohstoff- und Logistikkosten stark angespannt. Dennoch bleibt die Branche ein Jobmotor, die Zahl der Arbeitsplätze steigt weiter.

  2. Der mit Abstand größte Bremser der künftigen MedTech-Entwicklung bleibt die EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR). Die Unternehmen fordern vor allem eine vereinfachte Neuzertifizierung für bewährte Bestandsprodukte sowie Förderprogramme für KMU zur Umsetzung der MDR.

  3. Durch die Coronakrise gewinnen die Themen Digitalisierung und Ambulantisierung weiter an Bedeutung. Der digitale Wandel schreitet voran. Der Vertrieb wandelt sich hin zu „Remote Selling“, der Kundensupport wird zunehmend digitalisiert. Ein Drittel der Unternehmen arbeitet mit Start-ups zusammen. Das größte Potenzial sehen die Unternehmen in Datenanalysen, Cloud-Technologien und künstlicher Intelligenz. Die MedTech-Branche fordert dafür einen besseren Zugang zu Versorgungsdaten.

Mehr Informationen über die einzelnen Ergebnisse der Umfrage sind beim BVMed zu finden.

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