
Ende November eröffnete der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Dr. Robert Habeck den „Round Table Gesundheitswirtschaft“. Die Gesprächsrunde erstreckt sich über die gesamte Legislaturperiode und soll Wissensaustausch und konstruktiven Dialog ermöglichen, Maßnahmen identifizieren und Lösungsvorschläge auf den Weg bringen. „Die industrielle Gesundheitswirtschaft mit einer Bruttowertschöpfung in Höhe von 85,2 Milliarden Euro ist eine der tragenden Säulen unserer Volkswirtschaft. Sie ist Motor für Innovation, Wachstum und Beschäftigung. Im gemeinsamen Austausch soll der Round Table Gesundheitswirtschaft einen Beitrag dazu leisten, Standortbedingungen zu verbessern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhöhen, um eine hochwertige Gesundheitsversorgung zu sichern“, so Bundesminister Habeck.
Jeder achte Euro in Deutschland wird im Gesundheitsbereich erwirtschaftet und jeder sechste Arbeitsplatz dort bereitgestellt. Die stark mittelständisch geprägte industrielle Gesundheitswirtschaft zeichnet sich auch dadurch aus, dass sie überdurchschnittlich in Forschung und Entwicklung investiert. Die Explosion der Energie-, Rohstoff- und Transportpreise sowie angespannte Lieferketten stellen jedoch große aktuelle Herausforderungen für die Unternehmen dar. Ebenfalls steigern die neuen EU-Verordnungen für Medizinprodukte und Diagnostika (MDR und IVDR) den Druck auf die Branche.
Resilienz schaffen und Innovationskraft stärken
Die Branchenverbände der Medizintechnik- und Diagnostik-Industrie forderten daher bei der Auftaktveranstaltung, die internationale Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der deutschen MedTech-Branche zu stärken. „Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung die Verbände aller Bereiche der industriellen Gesundheitswirtschaft in Deutschland in die Diskussion einbindet. Auch die Medizintechnik-Branche in ihrer gesamten Breite hat damit die Möglichkeit, den MedTech-Standort Deutschland zu stärken und resilient zu machen und die Innovationskraft zu stärken.“ Dafür müssten insbesondere die Translationsprozesse von der Forschung zur Produktanwendung in Deutschland vereinfacht und beschleunigt werden, so die teilnehmenden Verbände. Weiterhin sprechen sich die Verbände dafür aus, gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der Umstellung auf MDR und IVDR durch Förderprogramme und Netzwerke für klinische Daten besser zu unterstützen. „Deutschland muss passende Instrumente der Methodenbewertung entwickeln und den Unternehmen einen Zugang zu Versorgungsforschungsdaten ermöglichen“, so BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan.
Bis Ende 2023 sind fünf weitere Arbeitstreffen zu unterschiedlichen Schwerpunkten geplant. Im Kern gehe es um die Ziele:
- Stärkung des MedTech-Standortes Deutschland in Richtung strategischer Resilienz,
- Erhalt der Innovationskraft durch Abbau des hohen Bürokratieaufwandes sowie durch Nutzung von Gesundheitsdaten,
- Schaffung eines klimagerechten Gesundheitswesens im Rahmen einer Nachhaltigkeitsstrategie.
Am Round Table Gesundheitswirtschaft beteiligt sind der Bundesverband der Arzneimittelhersteller e.V. (BAH), der Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI), BIO Deutschland e.V., der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), der Bundesverband Gesundheits-IT e.V. (bvitg), der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) e. V., Pro Generika e.V., Spectaris – Deutscher Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik e. V., der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa), der Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI), der Verband der Diagnostica-Industrie e. V. (VDGH) sowie der Verband der Elektro- und Digitalindustrie e. V. (ZVEI).




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