Jahresbilanz 2021Rekordumsätze für Diagnostika-Industrie, Stagnation bei IVD

In der Corona-Pandemie zeichnete sich 2021 für die Diagnostika-Industrie ein gespaltenes Bild: Einerseits erzielten die Unternehmen Rekordumsätze insbesondere durch Schnelltests, die Routinediagnostik hingegen stagniert seit Pandemiebeginn.

Labor
334179763Robert Kneschke/stock.adobe.com

Die Diagnostika-Industrie blickt zurück auf das Jahr 2021 und zieht Bilanz. Allein 65 Prozent (4,1 Milliarden Euro) des auf 6,3 Milliarden Euro gestiegenen Umsatzes entfallen auf die Corona-Diagnostik, wie die aktuelle Markterhebung des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH) ergeben hat. Das entspricht einem Marktwachstum von 106 Prozent, das ausschließlich pandemiegetrieben war. Insbesondere die Antigenschnelltests stellten hier den entscheidenden Wachstumstreiber dar.

„Unsere Branche besteht im Wesentlichen aus Mittelständlern, die alles geleistet haben, um die Pandemie in die Schranken zu weisen. Mit der gesamten Palette der Testmethoden wurden Forschungseinrichtungen, medizinische Labore, Krankenhäuser, Arztpraxen und Testzentren lückenlos bedient. Die Sonderkonjunktur darf dabei nicht von grundsätzlichen Herausforderungen unserer Branche ablenken“, erklärt VDGH-Vorsitzender Ulrich Schmid. Die routinemäßige In-vitro-Diagnostik, der eigentliche Kern der Unternehmen, verzeichnet in Deutschland seit mehreren Jahren stagnierende Umsätze. Sie stieg 2021 nur marginal von 2174 Millionen Euro (2020) auf 2200 Millionen Euro.

Für 2022 erwarten die Mitglieder einen deutlichen Rückgang der Corona-Diagnostik, da unter anderem die umfassende Bürgertestung zur Jahresmitte ausläuft. Dennoch sieht sich die Testbranche für eine denkbare weitere Corona-Welle im Herbst/Winter gut gerüstet. Für die Testhersteller rücken neue Herausforderungen in den Fokus. So tritt am 26. Mai die neue EU-Verordnung über In-vitro-Diagnostika (IVDR) in Kraft. Zwar sind die Branchenunternehmen darauf vorbereitet, wie VDGH-Geschäftsführer Dr. Martin Walger betont, doch fehlen weiter wichtige Bausteine für den neuen Rechtsrahmen. Die Branche befürchtet, dass es zu erheblichen Engpässen bei den Prüfinstitutionen kommen wird: „Aktuell sind lediglich 6 von 22 Stellen benannt, die zukünftig unsere Produkte zulassen dürfen. Die EU-Kommission hat bereits mit Übergangsfristen reagiert, der Zeitrahmen bleibt aber sehr eng.“ 

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