BefragungSo sehen die Gehaltsunterschiede im Einkauf 2024 aus

Gehaltsunterschiede im Einkauf hängen von vielen Faktoren ab: Region, Geschlecht, Branche und Position machen oft einen Unterschied. Der Einkäufer-Gehaltsreport 2024 verdeutlicht auch, wieso sich Weiterbildungen und Controlling auszahlen.

Geldscheine
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20 Prozent mehr Gehalt für Männer und generell weniger Gehalt in Ostdeutschland – solche Unterschiede machen auch vor dem Einkauf nicht Halt. Das zeigt der aktuelle Einkäufer-Gehaltsreport 2024. Beleuchtet werden aber auch die Ursachen der Unterschiede sowie die Frage, ob der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Unternehmen Auswirkungen auf das Gehalt hat.

1179 Menschen aus Deutschland haben dieses Jahr bei der Befragung der Kloepfel Group teilgenommen. Seit 2013 werden jährlich deutsche Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Einkauf und Supply Chain Management befragt. So entsteht ein Überblick samt länder- und branchenspezifischer Differenzen.

Angefangen beim jährlichen Brutto-Durchschnittsgehalt nach Position. Die Zahlen:

  • 167 670 Euro für CPOs
  • 115 651 Euro für Einkaufsleiter
  • 105 410 Euro für Supply Chain Manager
  • 95 776 Euro für Lead Buyer oder auch Commodity Manager
  • 94 235 Euro für Projekteinkäufer
  • 81 472 Euro für Strategische Einkäufer
  • 57 544 Euro für Operative Einkäufer

Pharmabranche an der Spitze

Dabei gibt es jedoch durchaus Unterschiede in den Branchen. An der Spitze: die Pharmabranche. Einkäufer verdienen hier über alle Karrierestufen hinweg durchschnittlich am meisten. Danach folgen die Konsumgüterindustrie Non-Food und Food, das Baugewerbe, der Handel und der Bereich Automotive.

Im indirekten Einkauf sind fast immer höhere Gehälter erzielbar. In vielen Unternehmen hat er häufig eine strategische Bedeutung, da die Beschaffung in diesem Bereich oft mit langfristigen Verträgen, großen Budgets und wichtigen Unternehmensfunktionen wie IT oder HR verbunden ist. Diese strategische Bedeutung kann dazu führen, dass Unternehmen bereit sind, höhere Gehälter zu zahlen.

Weiterbildungen lohnen sich

Mehr Dienstjahre bringen nicht gleichzeitig mehr Geld, insbesondere bei Einkäufern mit über 25 Jahren Erfahrung. Oftmals werden jüngere Fachkräfte bevorzugt, da sie moderne Technologien und Arbeitsweisen besser beherrschen. Ältere Arbeitnehmer erreichen häufig ein Karriereplateau mit begrenzten Aufstiegsmöglichkeiten.

Daher ist es wichtig, dass Arbeitsnehmer kontinuierlich ihre Fähigkeiten erweitern. Denn Gehälter basieren zunehmend auf Leistung und Marktbedingungen statt auf Alter und Dienstjahren. Alexander Hornikel, Country Manager bei Kloepfel Consulting Deutschland, betont: „Nach Durchlaufen einer Fortbildung verdienen Einkäufer in fast allen Positionen mehr als ihre Kollegen, die sich nicht weiterbilden.“

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Die Dienstjahre mögen keinen Unterschied auf dem Gehaltszettel machen – Wohnort und Geschlecht jedoch durchaus. Fast immer verdienen Männer im Einkauf mehr als ihre weiblichen Kollegen (in derselben Position) – durchschnittlich 20 Prozent.

Und auch zwischen Ost- und Westdeutschland gibt es eine Schere. Denn auch Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung bestehen wirtschaftliche Unterschiede. Etwa sind viele starke Unternehmen mit höheren Gehältern im Westen angesiedelt. Das hebt das allgemeine Gehaltsniveau dort an. Auch der intensivere Wettbewerb um Fachkräfte in wirtschaftlich starken Regionen, etwa in Bayern oder Nordrhein-Westfalen, führt zu höheren Gehältern, genauso wie die höheren Lebenshaltungskosten. Somit schneiden Einkäufer im Osten oft schlechter ab.

Ganzheitliches Controlling steigert nicht nur die Motivation

Im Report wurde außerdem die Auswirkung von KI auf das Gehalt betrachtet. Und obwohl in verhältnismäßig wenigen Unternehmen mit KI gearbeitet wird, zeigt sich, dass dort, wo sie eingesetzt wird, Einkäufer tatsächlich mehr verdienen.

Auch verdienen Einkäufer im Durchschnitt mehr, wenn es ein ganzheitliches Controlling im Einkauf gibt. Ein umfassendes Controlling steigert Motivation, Professionalität und Sichtbarkeit oder Stellung des Einkaufs im Unternehmen. Wichtig sind Kennzahlen, die sich an den übergeordneten Zielen des Unternehmens orientieren.

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