Start-up CornerBison Polymers im Blitzlicht

Das 2024 gegründete Start-up Bison Polymers setzt bei seinen Nitril-Einmalhandschuhen auf Made in Germany. Die Produktion in Siegen soll die Versorgungssicherheit stärken und Abhängigkeiten von außereuropäischen Lieferketten reduzieren.

Bison Polymers
Bison Polymers GmbH
Das Gründerteam (v.l.): Konrad Henkel, Sascha Schellenberg, Hans-Christian Kämpfer

Was macht ihr und welches Problem löst ihr damit? 

Bison Polymers ist der erste Hersteller von Nitril-Einmalhandschuhen Made in Germany. Wir schaffen Versorgungssicherheit für Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Industrie, indem wir die Abhängigkeit von Importen aus Asien beenden und auf europäische Lieferketten setzen. Unsere lokal produzierten Handschuhe stehen für höchste Qualität, stabile Lieferketten und faire Produktionsbedingungen. Durch hochautomatisierte, selbstentwickelte Anlagen produzieren wir effizient, energie- und ressourcenschonend. Damit zeigen wir: Industrieproduktion kann auch in Deutschland wettbewerbsfähig, nachhaltig und resilient sein. 

Wer hatte die Idee und wieso? 

Die Idee stammt von CTO Konrad Henkel. Während der COVID-19-Pandemie wurde deutlich, wie abhängig Europa von asiatischen Lieferketten ist – insbesondere bei medizinischer Schutzausrüstung. Seine Vision: Die Fertigung von Einmalhandschuhen nach Deutschland zurückholen und so ein strategisch wichtiges Produkt wieder in europäische Hand bringen. 

Wer gehört zum Gründerteam? 

Konrad Henkel (CTO), Sascha Schellenberg (Co-CEO), Hans-Christian Kämpfer (Co-CEO) 

Wo lagen die größten Hürden? 

Die größten Herausforderungen lagen im Aufbau einer völlig neuen Fertigungstechnologie in Deutschland. Es gab keine bestehende Infrastruktur, keine Lieferantenketten und keine Erfahrungswerte, wie eine Handschuhproduktion unter europäischen Standards wirtschaftlich betrieben werden kann. Hinzu kamen hohe Energiepreise, regulatorische Hürden und der enorme Aufwand, Anlagen, Prozesse und Rezepturen komplett selbst zu entwickeln. Trotz dieser Hürden hat das Team mit Beharrlichkeit, deutscher Ingenieurskunst und großem Teamgeist eine funktionierende Produktion aufgebaut. Heute stehen in Siegen modernste Anlagen, die Nitril-Einmalhandschuhe produzieren – ein Beweis dafür, dass Industrieproduktion auch hierzulande erfolgreich möglich ist, wenn man den Mut hat, neu zu denken. 

Wie steht es um die Finanzierung des Projekts und wie sieht das Geschäftsmodell aus? 

Das Geschäftsmodell basiert auf B2B-Vertrieb über Großhandel und Einkaufsverbände sowie Direktvertrieb an Krankenhäuser und größere medizinische Einrichtungen. Zusätzlich setzt das Unternehmen auf langfristige Rahmenverträge, die eine stabile Planung und Versorgungssicherheit für beide Seiten gewährleisten. 

Was ist Eure Vision? 

Unsere Vision: Nachhaltige Schutzausrüstung aus Deutschland – für Menschen, die Verantwortung übernehmen. Kurzfristig liegt der Fokus auf der Skalierung der Serienproduktion am Standort Siegen. Langfristig streben wir den Aufbau weiterer Standorte in Deutschland an, um die Versorgungssicherheit europaweit zu stärken. 

Was sagen die Anwender über das Produkt? 

Anwender aus Medizin und Industrie schätzen besonders die gleichbleibend hohe Qualität, die zuverlässige Verfügbarkeit und das gute Hautgefühl der Handschuhe. Für viele Einrichtungen ist Bison ein Symbol für Sicherheit und für die Rückkehr systemrelevanter Produkte „Made in Germany“.

Thieme. 2026. All rights reserved.
Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen

Mit Daten grün wirtschaften

Zur Ausgabe