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Gründung

Allianz der sieben Einkaufsorganisationen im ZVEG

Die großen Einkaufsorganisationen in Deutschland haben einen neuen Verband gegründet: Ab dem 1. Januar 2021 nimmt der Zentralverband der Einkaufsorganisationen im Gesundheitswesen e. V. (ZVEG) seine Arbeit auf. Markus Wild, CEO von Prospitalia, gibt einen Ausblick.

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Robert Knesche/stock.adobe.com

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Herr Wild, mit dem Bundesverband der Beschaffungsinstitutionen in der Gesundheitswirtschaft Deutschland e.V. (BVBG) gibt es eigentlich bereits einen Verband, der die Interessen der Einkaufsbranche vertritt. Warum brauchte es die Gründung des ZVEG?

Wild: Beim BVBG hat es in den letzten Jahren immer mehr an Zustimmung seitens der verschiedenen Einkaufsgemeinschaften gemangelt, was sich auch darin zeigt, dass der BVBG zuletzt nur noch zwei Mitglieder hatte. Mit der Neugestaltung unter Einbeziehung der sieben relevanten Einkaufsdienstleister möchten wir mit dem Zentralverband einen starken, engagierten Interessensvertreter ins Leben rufen, der auf Augenhöhe die Belange seiner Mitglieder sowie der durch sie repräsentierten Gesundheitseinrichtungen gegenüber der Politik sowie anderer Verbände vertritt.

An der Gründung des ZVEG waren die sieben großen Einkaufsorganisationen in Deutschland beteiligt. In der Vergangenheit, war es eher schwierig, einen Konsens herzustellen – warum klappt es jetzt?

Wild: Im Gesundheitsmarkt hat es in den letzten Jahren sehr viele Veränderungen gegeben und wir alle mussten uns neuen Herausforderungen stellen. Zusätzlich haben auch personelle Wechsel innerhalb der beteiligten Organisationen dazu geführt, dass der Gedanke eines gemeinsamen Verbandes neu gedacht werden konnte. Für alle Beteiligten ist es wichtig, die großen Herausforderungen und die drängenden Zukunftsfragen der Branche mit gemeinsamen Impulsen und Initiativen zu unterstützen. Dieses Ziel eint uns.

Wer wird den Verband leiten und wie soll die Zusammenarbeit aussehen? Sind Kooperationen mit anderen Verbänden oder Playern im Markt geplant?

Wild: Wir sind als Einkaufsorganisationen in einen komplexen Markt eingebunden, zu dem viele Player gehören wie bspw. die Kliniken, Lieferanten, Hersteller, Logistiker, Händler, Krankenversicherungen, der Gesetzgeber und noch viele andere. Daher sind Kooperationen mit den unterschiedlichen Interessenvertretern ein wichtiger und zentraler Punkt, um gemeinsam voran zu kommen. Erste Gespräche mit den verschiedenen Ansprechpartnern haben dementsprechend bereits stattgefunden.

Die teilnehmenden Einkaufsorganisationen haben beschlossen, sich alle gleichermaßen im Verband einzubringen. Die Leitung wird in einem rollierenden System übernommen, wobei ich in diesem Zusammenhang ungern von Leitung spreche. Wir wollen vermeiden, dass einzelne Mitglieder der Organisation herausgestellt werden. Das Erreichen der gemeinsamen Ziele steht beim ZVEG absolut im Vordergrund, und hierbei leisten alle Mitglieder einen gleichwertigen und wichtigen Beitrag.

Das Wissen der Einkaufsorganisationen wurde von der Bundesregierung in den Zeiten der Corona-Pandemie nicht genutzt. Wird die Gründung des ZVEG dafür sorgen, dass man in der Politik mehr Gehör findet?

Wild: Alle Einkaufsorganisationen hätten sich gerade zu Beginn der Corona-Pandemie, aber auch jetzt noch aktuell, gewünscht, sich mit ihrer Expertise und Erfahrung in der Bewältigung der Krise mehr einbringen zu können. Hier blieb und bleibt ein sehr großes Potenzial ungenutzt – immerhin organisieren wir bereits seit Jahren die Bedarfskommunikation zwischen Gesundheitseinrichtungen und Industrieunternehmen. Leider konnten wir uns ohne einen funktionierenden Verband nicht mit Nachdruck gegenüber der Politik positionieren und Gehör verschaffen. Insofern hat die Krise dazu geführt, unsere Gedanken für einen neuen Verband noch schneller zu konkretisieren und den ZVEG zu gründen, um uns noch konstruktiver im Markt und im Austausch mit dem Gesetzgeber einbringen zu können.

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