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Automatisierte Logistik

Forschung zu Künstlicher Intelligenz in der Krankenhaus-Transportdisposition

Das Software-Unternehmen Dynamed und das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) haben ein Forschungsprojekt zur Künstlichen Intelligenz in der Krankenhaus-Transportdisposition gestartet. Ziel ist eine selbstlernende Logistik.

Künstliche Intelligenz

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Symbolfoto

Das Forschungsprojekt mit Namen „Künstliche Intelligenz zur Prognose und Steuerung in der Krankenhaus-Transportdisposition – KIK-Dispo“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es ist auf 30 Monate Laufzeit ausgelegt und hat zum Ziel, eine auf Künstliche Intelligenz (KI) gestützte automatische Transportdisposition zu entwickeln.

Perspektivisch soll die Organisation und Steuerung der Transporte effizienter werden und zu einem verbesserten Ressourceneinsatz sowie zu geringeren Logistikkosten führen. Assoziierte Partner des Forschungsprojekts sind das Universitätsklinikum Freiburg und die Alb Fils Kliniken Göppingen, welche die Anwendung der KI-gestützten Transportdisposition prototypisch testen werden.

Automatisierte und flexible Vordisposition 

In Krankenhäusern gilt die Transportorganisation von Patienten und Material längst als ein wichtiger und prozessbestimmender Bereich, der großen Einfluss auf die Versorgungsqualität der Patienten und auf die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung hat. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen dazu beitragen, dass dieser Bereich zukünftig verlässlicher und effizienter organisiert und gesteuert werden kann. Zu diesem Zweck soll erforscht werden, ob derzeit marktübliche Softwaresysteme um das Prinzip des Maschinellen Lernens erweitert werden können, sodass die Vergabe der Transportaufträge nicht nur eigenständig, sondern auch flexibel und auf externe Faktoren angepasst erfolgt.

Die Datengrundlage der KI-gestützten Transportdisposition liefert eine statistische Auswertung von circa sieben Millionen anonymisierten Transportaufträgen, die anhand von Datenmaterial der assoziierten Projektpartner erstellt wird. Die hierbei gewonnen Erkenntnisse sollen in die Entwicklung eines prototypischen KI-gestützten Dispositionssystems mit einfließen. Ziel des Vorhabens ist es, eine automatische Auftragsvergabe zu ermöglichen, die auf kurzfristige Umgebungsveränderungen reagieren kann und zudem eine Vordisposition für die nächsten Tage erstellt. Die Vordisposition soll darüber hinaus einen Predictive-Analytics-Ansatz beinhalten, der wahrscheinliche Trends berücksichtigt und so gewährleistet, dass vorausschauend die benötigte Anzahl an Personal und Transportmittel zur Verfügung steht und so ein reibungsloser Ablauf garantiert ist.

Schritt in Richtung Krankenhaus 4.0

Erste praktische Gehversuche wird die intelligente Dispositionsautomatik in den Einrichtungen der assoziierten Partner, dem Universitätsklinikum Freiburg und der Alb Fils Klinik Göppingen, unternehmen, wo sie in einer Testphase prototypisch angewendet wird. Dies ermöglicht eine direkte inhaltliche Rückkopplung und somit auch eine direkte Anpassung des Systems an die Anforderungen des logistischen Klinikalltags.

„Der Erkenntnisgewinn und die hierdurch ermöglichte Verschlankung der Logistik stellen einen weiteren Schritt in Richtung Krankenhaus 4.0 mit digitalisierten und vernetzten Krankenhausprozessen dar“, hebt Thomas Bredehorn, stellvertretender Abteilungsleiter Health Care Logistics am Fraunhofer IML, hervor.

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