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Beschaffungsmanagement 4.0

Berufsbild und Organisation im Wandel

Der Anspruch an das IT-Know-how zukünftiger Mitarbeiter im Fachbereich Klinikeinkauf steigt stetig. Immer häufiger sind interdisziplinäre Ansätze und weitreichende Vernetzung erforderlich. Außerdem gilt es heute mehr denn je, mit den aktuellen Veränderungen in der Gesundheitsversorgung Schritt zu halten, um bei der rasanten Entwicklung nicht den Überblick zu verlieren.

Change

AdobeStock/Monster Ztudio

Symbolfoto

Die unternehmerische Welt befindet sich im digitalen Wandel. Prozesse, Infrastruktur und nicht zuletzt die Menschen, die bei den einzelnen Abläufen in der Verantwortung stehen, sehen sich mit großen Veränderungen konfrontiert. Auch vor den Einkaufsabteilungen der Kliniken und Krankenhäuser macht diese Entwicklung nicht halt.  Experten melden bereits Bedenken an, dass eine Vielzahl der Häuser der digitalen Transformation möglicherweise nicht gewachsen ist.

Klinikeinkäufer 4.0 = Schnittstellenmanager?

Es steht weithin außer Frage, dass innovative, digitale Lösungen einen deutlichen Mehrwert für den Klinikeinkauf und die Krankenhäuser bieten. Doch was bedeutet das konkret für die Umsetzung beziehungsweise wie lässt sich dieses gesteckte Ziel im Einzelnen erreichen? Um der Umsetzung gerecht zu werden, stehen auch Klinikeinkäufer vor der nicht einfachen Aufgabe, neue Trends frühzeitig auszumachen und in ihrem zukünftigen Handeln zu berücksichtigen. Nicht zuletzt bringen auch die fortschreitenden Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz (KI) für die operative Beschaffung und den strategischen Einkauf Veränderungen mit sich. Damit steht bereits heute die Frage im Raum, ob neue Einkäufertypen „erfunden“ werden müssen, um den Anforderungen von morgen gerecht zu werden.

Aus Sicht der Experten wird es künftig immer weniger operative Klinikeinkäufer geben. Bereits für das Jahr 2025 wird prognostiziert, dass Einkauf und Logistik weitgehend automatisiert ablaufen werden. Vernetzte IT-Systeme der Kliniken generieren neues Wissen und sorgen für eine sichere, punktgenaue Versorgung der Patienten. Kliniken, Kassen und Lieferanten arbeiten an Innovationen, um Patientennutzen und Wirtschaftlichkeit zu optimieren. Einkäufer und Einkaufsabteilungen stehen zukünftig an der Schnittstelle zwischen Klinik-IT und Beschaffungsrobotern und damit vor der Aufgabe, sich mit der enormen Datenwelt hinter diesen Entwicklungen vertraut zu machen und diese zu „beherrschen“. Big Data, Internet der Dinge, Cloud, Cognitive Computing und Blockchain heißen die neuen Anforderungen, die es zu verstehen und zu meistern gilt, um den Dreiklang aus Einkauf, Logistik und Technologie innovativ mitgestalten und lenken zu können.

Big Data bedeutet große Verantwortung

Informationssysteme in Krankenhäusern haben in den letzten Jahren ein überwältigendes Datenvolumen gesammelt. Beim Umgang mit der enormen Menge an teils hochsensiblen Daten ist jedoch Vorsicht geboten und deren unstrukturierter Einsatz zu vermeiden. Bei allem Innovationswillen sollte immer die Devise gelten, dass Data Science und KI die Prozesse der „Data Science in Healthcare“ unterstützen sollen und diese nicht unkontrolliert vollständig übernehmen.

Auch Klinikeinkäufer stehen in der Verantwortung, Algorithmen korrekt einzusetzen, um falsche Schlüsse zu vermeiden. Zu allererst muss der Einkäufer der Zukunft seine eigenen Daten und Arbeitsprozesse standardisieren und digitalisieren. Unter Zuhilfenahme externer Wertschöpfungspartner lassen sich neue Lösungsansätze definieren, um in die Rolle des Game-Changers hineinzuwachsen und sich dem Beschaffungsmanagement 4.0 erfolgreich anzunehmen.

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