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Medikamenten-TransportAktive Arzneimittel-Temperierung klimafreundlicher als passive

Kliniken, die CO2-Emissionen einsparen wollen, sind mit aktiv gekühlten Arzneimitteln besser beraten. Ihr Transport ist deutlich umweltfreundlicher als bei der passiven Kühlung.

Güterverkehr
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Symbolfoto

Der Expressdienst Trans-o-flex hat die CO2e-Emissionen aktiv und passiv gekühlter Arzneimittel-Sendungen auf Basis wissenschaftlicher Berechnungen verglichen. Das Ergebnis: Die Klimabelastung einer passiven Temperierung fällt bis zu vier Mal höher aus als bei einer aktiven Temperierung. 

Bei einer passiven Temperierung wird die richtige Temperatur durch Kühlakkus und eine Spezialverpackung hergestellt. Bei einer aktiven Temperierung werden die Laderäume der LKWs und die Umschlagzonen in den Logistikzentren komplett im jeweiligen Temperaturbereich gehalten, wodurch keine Spezialverpackung notwendig ist. Für jede der beiden Methoden hat Trans-o-flex die Höhe der Klimabelastung (gemessen in CO2e) in zwei Varianten berechnet: a) mit einer Einweg- und b) mit einer Mehrwegverpackung. „Es war zu erwarten, dass die Mehrwegsysteme in beiden Fällen geringere Emissionen haben als die Einwegsysteme“, so CEO Wolfgang P. Albeck.

Das Ergebnis der Analyse überrascht: Die durch passive Temperierung entstehenden Klimabelastungen sind im Vergleich zur aktiven Temperierung mindestens doppelt so hoch. Konkret zeichneten sich folgende Kernergebnisse ab:

  • Die Klimabelastung aktiver Temperierung mit Mehrwegbox ist 2,63-mal geringer als bei passiver Temperierung mit Mehrwegbox und 3,93-mal geringer als bei passiver Temperierung mit Einwegkarton.
  • Die Klimabelastung der aktiven Temperierung mit Einwegkarton ist zweimal (2,0) geringer als die passive Temperierung und 2,99-mal geringer als die passive Temperierung mit Einwegkarton.

Plausibilitäts-Prüfung bestätigt Ergebnisse

Wissenschaftliche Basis für die Berechnungen waren zum einen das GLEC-Framework (Modul 5), eine global anerkannte Methode zur Emissions-Berichterstattung, die alle Transportarten und Umschlagplätze globaler Logistikketten abdeckt. Zum anderen erfolgte eine Plausibilitäts-Prüfung der Ergebnisse nach dem GLEC-Standard mit Hilfe des EcoTransIT-Rechners. „Der in enger Zusammenarbeit mit Ifeu, Infras oder Fraunhofer IML entwickelte EcoTransIT-Rechner hat die GLEC-Ergebnisse bestätigt“, erläutert Albeck. „Beispielsweise bei den nicht temperierten Transporten kam GLEC auf 47,63 kg CO2e pro Tonne und EcoTransIT auf 47,33.“

Für die Berechnung der Emissionen auf Packstückebene hat das Unternehmen aktuelle durchschnittliche Gewichte von transportierten Packstücken eingesetzt. Demnach ist ein 11 Kilo schweres Packstück bei aktiver Temperierung (in Mehrwegverpackung) zwischen München und Berlin für 656 g CO2e verantwortlich. Wird ein Packstück auf derselben Strecke jedoch mit einer Passivverpackung transportiert (Einwegsystem ohne Styroporbox), werden pro Paket 2 579 g CO2e verursacht. Wird auch bei der passiven Temperierung ein Mehrwegsystem benutzt, fallen immerhin noch 1 723 g CO2e pro Packstück an. „Neben der um den Faktor 2 bis 4 höheren Klimabelastung sorgt die passive Temperierung zusätzlich für Aufwand bei der Entsorgung der Temperaturlogger, beim Handling der Kühlakkus und deren Bevorratung“, so Albeck.

Ebenso relevant sei der unterschiedlich hohe Sicherheitsgrad, der mit den verschiedenen Transportmethoden verbunden ist. „Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Parenteral Drug Association wird nahezu jedes fünfte Gesundheitsprodukt während des Transports aufgrund einer Unterbrechung der Kühlkette beschädigt.“ Dies resultiere vor allem daraus, wenn der „risikobasierte Ansatz ohne Temperierung oder die passive Temperierung im Medikamententransport“ genutzt werde.

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